Mittwoch, 29. Oktober 2003

Österreichs beste Köche: Die große Haubenbilanz 2004

  • Viele Aufs und Abs in der Zwei-Hauben-Kategorie.

Nächste Woche erscheint wieder Österreichs traditionsreichste Genießer-Bibel. NEWS bringt die Auf-, Ein- & Absteiger.

Eine Entscheidung fällt im nächsten Jahr. Alles andere ist Unsinn“, dementiert Gault-Millau-Herausgeber Michael Reinartz wieder einmal alle kursierenden Gerüchte über seinen Rückzug als Guide-Chef. Im Vorjahr brachten mehrere Medien Publico-Boss Wolfgang Rosam als Reinartz’ Nachfolger ins Spiel. Heuer hieß es, der Guide sei von einer heimischen Zeitungsgruppe übernommen worden. Reinartz zur Zukunft von Gault Millau Österreich: „Ich habe mit Paris einen aufrechten Vertrag für den kommenden Guide 2005 nächstes Jahr. Und vielleicht mache ich dann auch noch die nächsten drei. Es gibt Überlegungen. Entschieden ist nichts.“

Der nächste Woche erscheinende 25. Jubiläumsguide liefert nicht, was den Herausgebern von Restaurantführern regelmäßig aus Marketingmotiven unterstellt wird. Es gibt heuer weder einen spektakulären neuen Vier-Hauben-Superstar, noch wurde ein bisheriger „geköpft“. Was nicht heißt, dass sich im Guide 2004 nichts bewegen würde.

Wichtigster Aufsteiger der Saison sind die „Saziani Stub’n“ der Winzerfamilie Neumeister im steirischen Straden. Der aus der Schule des verblichenen „Tanglberg“ stammende Gerhard Fuchs begeisterte die Tester und stößt in die Liga der 18-Punkte-Köche mit drei Hauben vor.

Geschrumpfte Spitze. Die Spitze der Wertung präsentiert sich heuer nach Abgängen und Transfers deutlich abgeschlankt. Nach Jörg Wörthers Küchenschluss in Schloss Prielau verbleiben nur mehr drei Lokale mit der Höchstwertung von vier Hauben. Beim „Steirereck“ ortet Reinartz bereits Vorboten der neuen Küche am zukünftigen Standort in der Meierei im Stadtpark. „Da wird offenbar schon trainiert, weil immer wieder neue Gerichte auftauchen.“ Für Johanna Maier in Filzmoos und die Gebrüder Obauer in Werfen gilt: „konstant auf höchstem Niveau“.

Auch in der Klasse darunter mit drei Hauben zu 18 Punkten gibt es nur mehr drei Spieler. Zu den ebenfalls konstant gewerteten und hochgelobten Restaurants „Taubenkobel“ in Schützen und „Landhaus Bacher“ in Mautern stoßen die „Saziani Stub’n“. Der bisher hier platzierte „Meinl am Graben“ ist nach dem Wechsel von Christian Petz ins nächste Woche startende Palais Coburg erwartungsgemäß etwas niedriger gewertet.

Hanner ohne Note. Zur Überraschung vieler taucht ein Top-Koch der letzten Jahre heuer gar nicht in der Wertung auf. Heinz Hanner wurde nach Umbau und Neuorientierung nur mit einem Fragezeichen bedacht. Reinartz: „Wir hatten nach mehreren Tests und zwei Besuchen von mir höchst widersprüchliche Eindrücke und setzten die Wertung daher für heuer aus.“

Eine Klasse tiefer mit drei Hauben zu 17 Punkten sind drei Neue zu vermelden. Seit Jahren konstant aufsteigend sind sowohl die Salzburger „Riedenburg“ als auch das „Alexander“ im Tiroler Hochfügen, wo Gerer-Schüler Alexander Fankhauser Höchstleistungen bietet. Und mit dem „Dolce Vita“ in Klagenfurt erhält Kärnten nun schon den zweiten Dreihauber nach dem umstrittenen „Wulfenia“ am Nassfeld. Reinartz dazu: „Das ist halt ein Minirestaurant, wo sich viele gepflanzt fühlen, wenn sie bei vierzehn Tagen Kärnten-Urlaub keinen Tisch kriegen. Nicht zu ändern.“

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29.10.2003 14:21