DAS COMEBACK: Niki Lauda hebt mit Aero Lloyd ab!
- Für Neustart braucht er 4 Millionen Euro!
- Niki: "Ich will so schnell wie möglich fliegen"
Das COMEBACK! Niki Lauda fliegt wieder - mit Aero Lloyd. Er übernimmt 76 % der Österreich-Tochter des insolventen deutschen Ferienfliegers. Für den Neustart braucht der Ex-Formel 1-Weltmeister vier Millionen Euro Kapital. Der Airliner möchte so schnell wie möglich wieder in die Lüfte.
Nach eigenen Angaben übernimmt Lauda 76 Prozent, die der bisherige Aero-Lloyd-Austria-Mehrheitseigentümer Satel-Chef Michael Wolkenstein gehalten hat. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Seine Anteile hält Lauda persönlich. Der Neustart der Aero Lloyd erfordere ein Kapital von 4 Mio. Euro, die er selbst aufbringen wolle.
Er wolle kein ausgesprochenes Billig-Airline-Konzept durchsetzen, sondern mit wettbewerbsfähigen Preisen am Markt auftreten, sagte Niki Lauda. Sozusagen eine "Billig-Airline mit Qualität". Vorerst sei geplant, von Österreich aus zu fliegen; der Flughafen Pressburg sei noch nicht dabei.
Die Ticket-Preise stünden noch nicht fest und würden von den Destinationen abhängen. Zu erhalten sein sollen die Tickets im Direktverkauf und über Reisebüros. Fix sei ein Catering voraussichtlich von Do&Co. Da diese Marke aber exklusiv an die zur Austrian Group gehörende Lauda Air gebunden sei, sei ein Auftritt unter einer anderen Marke möglich.
Name "Lauda" gehört der Austrian
Er sei dabei, für die neue Airline einen Namen zu kreieren. Denn das Wort "Lauda" darf nicht enthalten sein, da die Rechte dafür bei Austrian Airlines liegen. Jedenfalls will Lauda - unter anderem für Marketing-Aktionen - auch wieder selbst fliegen, "wenn ich Zeit dafür finde".
Die österreichische Aero Lloyd habe bisher hier zu Lande nur fünf fixe Mitarbeiter gehabt, der Rest sei von der deutschen Aero Lloyd geleast worden, berichtete der Neo-Airline-Chef. Ein Mitarbeiter-Leasing bleibe kurzfristig auch für die neue Fluggesellschaft eine Möglichkeit. Langfristig bedürfe es aber einer Österreich-Stammmannschaft. Lauda plant pro Flugzeug fünf Crews, jeweils bestehend aus zehn Piloten und 25 Flugbegleitern.
Lauda war Wunschpartner für Aero Lloyd
In der Zentrale in Frankfurt sah man Laudas Einstieg äußerst positiv. Aero-Lloyd-Sprecher Asger Schubert bezeichnete den Österreicher als "Wunschpartner".
Flugbetrieb wurde am 16. Oktober eingestellt
Aero Lloyd als fünftgrößte deutsche Chartergesellschaft hatte am 16. Oktober den Flugbetrieb einstellen müssen, weil die Bayerische Landesbank einen vorgelegten Sanierungsplan abgelehnt und den Geldhahn zugedreht hatte. Die österreichische Tochter ist allerdings nicht vom Insolvenzverfahren betroffen und könnte den normalen, vollständigen Flugbetrieb daher schneller wieder aufnehmen.
Lauda-Neustart nach Ende der 3-Jahres-Wettbewerbsklausel
Für Lauda kommt das Comeback in der österreichischen Luftfahrt rechtzeitig zum Auslaufen seiner Wettbewerbsklausel: Wegen wirtschaftlicher Probleme musste Lauda vor drei Jahren alle Anteile an seiner Fluglinie Lauda Air an das Konkurrenzunternehmen Austrian Airlines (AUA) verkaufen und sich verpflichten, bis Ende 2003 nicht im Luftfahrtgeschäft aktiv zu werden. (apa)
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