Freitag, 31. Oktober 2003

Wettbewerbsfähigkeit: Finnland Erster vor USA, Österreich 17.

  • Ranking des Weltwirtschaftsforums - Österreich beim mikro-ökonomischen Index fünf Plätze abgerutscht

Finnland ist die wettbewerbsfähigste Wirtschaft der Welt. Die Skandinavier verweisen damit das ewige Wirtschafts-Wunderland USA auf Platz 2. Österreich darf da nicht mitreden: Die Alpenrepublik bringt es nur auf Rang 17.

Das Ranking des Genfer Weltwirtschaftsforums zum Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstumspotenzials ist Kernstück des Berichts zur Globalen Wettbewerbsfähigkeit ("The Global Competitiveness Report 2003 - 2004").

Europäer im Spitzenfeld
Gleich sechs europäische Länder finden sich unter den Top-Ten:
Finnland (1),
Schweden (3),
Dänemark (4),
Schweiz (7),
Island (8) und
Norwegen (9).

Großbritannien (15) und
Kanada (16)
sind leicht abgefallen, leicht verbessert im Ranking haben sich
Deutschland (13) und
Frankreich (26).

Chile gilt als die wettbewerbsstärkste Wirtschaft Lateinamerikas (Rang 28), Botswana führt in Afrika mit Rang 36. Russland bleibt weit abgeschlagen am 70. Rang.

Österreich rutscht passiv auf Platz 17
Österreich hat beim "Growth Competitive Index" heuer einen Platz von 18 auf 17 aufgeholt, wenn auch nicht aus eigener Kraft: Die Verschiebung ergibt sich im Wesentlichen durch ein Abrutschen Israels vom 17. auf den 20. Rang.

Von Taiwan und Belgien überholt
Beim "Business Competitive Index" (Bewertung des mikroökonomischen Klimas) rutschte Österreich gleich fünf Plätze auf der Leiter hinunter und verschlechterte sich vom 12. Platz im Berichtsjahr 2002 nun auf den 17. Platz. "Überholt" wurde Österreich hier von Taiwan, Belgien, Island, Australien und Frankreich, fünf Länder die im Jahr 2002 noch hinter der Alpenrepublik lagen.

Faktor: Staat
Ausschlaggebend für die Spitzenposition Finnlands war die gute Qualität der öffentlichen Institutionen, stellte der Chefökonom des Weltwirtschaftsforums, Augusto Lopez-Claros, fest. Während die USA bei der Technologie weiterhin dominant bleiben lagen sie im Bereich der öffentlichen Finanzen nur an 50. Stelle unter den 102 untersuchten Nationen.

"Die Qualität der öffentlichen Institutionen ist sehr wichtig, und je mehr Verbesserungen hier getätigt werden desto besser werden die Aussichten", so der Ökonom.

Schlechte Steuern, gute Schulen
Österreich schlimmste Hemmschuhe: Die Steuerhöhe, die Steuergesetzgebung, restriktive Arbeitsgesetze und ineffektive Bürokratie. Den letzten Platz (102) nahm Österreich bei der Einkommens-Gerechtigkeit für Frauen ein.
Gute Bewertungen gab es für die Qualität der öffentlichen Schulen (5. von 95).
(apa, red)

31.10.2003 11:32