Freitag, 31. Oktober 2003

ÖBB-Reform: Dienstag lähmt STREIK ganz Österreich!

  • Bahn & Bus stehen 12 Stunden, 725.000 Pendler betroffen
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Die Österreichischen Bundesbahnen werden am kommenden Dienstag von 0.00 bis 12.00 Uhr mittags still stehen. Aus Protest gegen die Reformpläne der Regierung hat die Eisenbahnergewerkschaft einen halbtägigen Warnstreik beschlossen. Betroffen sind rund 700.000 Pendler.

Schon am Freitag haben die Proteste der Gewerkschaft den Bahnbetrieb beeinträchtigt. Wegen des seit Anfang des Monats laufenden Überstundenboykotts hat es vor allem im Osten Österreichs zahlreiche Zugausfälle und gröbere Verspätungen gegeben. Die Angaben reichen von über 100 Ausfällen (Gewerkschaft) bis 40 (Unternehmensführung) im Personenverkehr. Der Güterverkehr ist laut Gewerkschaft "vor dem Zusammenbruch". Laut ÖBB-Führung sind nur 10 bis 15 Güterzüge ausgefallen.

Die Eisenbahnergewerkschaft fordert in ihrem Streikaufruf "die Rücknahme der von der Regierung vorgelegten Gesetzesentwürfe". Die Regierung plant unter dem Dach einer Holding die Teilung der Bahn in vier Teilgesellschaften und die Schaffung eines neuen Eisenbahnerdienstrechts. Montagvormittag kommen Verkehrsminister Hubert Gorbach (FP) und Eisenbahnergewerkschaftschef Haberzettl noch einmal zu einem Gespräch zusammen. Dass es dabei noch zu einer Annäherung kommen könnte, gilt aber als unwahrscheinlich.

Gorbach stellte am Freitag erneut klar, dass die Reform in Eckpunkten feststeht. Nur über "Änderungen im Feinschliff" werde noch beraten, betonte der Vizekanzler.

Gewerkschaftschef Haberzettl droht seinerseits bereits mit einer Ausdehnung der Proteste. Informierten Kreisen zufolge denkt die Gewerkschaft über einen ganztägigen Streik am 11. November nach. "Die Eisenbahnergewerkschaft ist bereit, diesen Konflikt auszutragen. Die Zeit der schriftlichen Protestnoten ist vorbei. Viele andere Möglichkeiten als eine Streikausweitung sehen wir nicht mehr", so Haberzettl. (APA/red)

31.10.2003 09:59