Versicherungen: EU will gleiche Tarife für Frauen und Männer
- Derzeit zahlen Frauen mehr für Pension und Krankenversicherung, weniger für Lebens- und Unfallversicherung
Versicherungen könnten bald gezwungen sein, einheitliche Tarife für Frauen und Männer anzubieten. EU-Kommissarin Anna Diamantopoulou will trotz heftigen Widerstands der Branche nächste Woche eine Richtlinie vorlegen, wonach Tarife für Frauen und Männer nicht unterschiedlich kalkuliert werden dürfen.
"Diese Praxis muss als diskriminierend beurteilt werden, und der Gesetzgeber soll einschreiten, sie zu verbieten", zitiert die Zeitung aus dem Entwurf für die bindende Regelung. Auch Benachteiligungen bei Krediten und anderen Dienstleistungen sollen verboten und entschädigt werden.
Laut Financial Times Deutschland zahlen Frauen in Deutschland gut zehn Prozent mehr in private Rentenverträge, um eine Monatsrente wie Männer zu bekommen. Die Branche begründet das damit, dass Frauen im Schnitt rund viereinhalb Jahre länger leben.
"Geburtsrisiko" bei Frauen
Größer fällt der Unterschied bei privaten Krankenpolicen aus. Im Vergleich zum gleich alten Mann zahlt eine 30-jährige Frau mindestens ein Drittel mehr für gleiche Leistungen. Im Versicherungsjargon ist auch ihr "Geburtsrisiko" (im Klartext: Die Gefahr, dass sie ein Kind bekommen und so Leistungen in Anspruch nehmen könnte) teurer. Frauen zahlen aber bei Risikolebens- und Unfallverträgen weniger und bekommen meist günstigere Auto-Tarife.
Sollte die Branche tatsächlich zu einheitlichen Tarifen gezwungen werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kosten für die Kunden sinken, mehr als gering. Eher wird das jeweils billiger fahrende Geschlecht bald stärker zur Kasse gebeten.
(apa, red)
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