Dienstag, 28. Oktober 2003

Österreicher sparen wieder mehr: 37.000 Euro pro Kopf

  • Vermögen aber ungleich verteilt
  • Sicherheitsdenken ersparte heimischen Anlegern Aktien-Verluste á la Deutschland

Die Österreicher sparen wieder mehr und stecken weniger Geld als zuletzt in den Konsum, der heuer schwächer wachsen dürfte als die verfügbaren Einkommen. Die Sparquote wird dieses Jahr von im Vorjahr 7,4 Prozent auf 7,8 Prozent steigen. Aktienveranlagungen sind rückläufig, jedoch wird vermehrt private Altersvorsorge betrieben - vor allem wenn es sich steuerlich lohnt.

Nach wie vor die populärsten Sparformen sind Bargeld- und Sichteinlagen (12 Prozent) sowie Termin- und Spareinlagen (38 Prozent), auf die zusammen allein die Hälfte des privaten Finanzvermögens entfällt. Bauspareinlagen stellen 6 Prozent, bereits 15 Prozent Lebensversicherungen und 4 Prozent Pensionskassenansprüche. Auf Investmentfonds entfallen 10 Prozent, auf Schuldverschreibungen 7 Prozent, aber auf Aktien lediglich 4 Prozent.

37.000 Euro pro Kopf
Das Finanzvermögen der privaten Haushalte ist bis Mitte 2003 auf 295 Mrd. Euro gestiegen. Das sind 37.000 Euro pro Kopf bzw. 85.000 Euro je Haushalt, wie die OeNB mitteilte. Abzüglich der rund 90 Mrd. Euro Schulden verfügten die heimischen Privathaushalte Ende Juni über ein Nettofinanzvermögen von 205 Mrd. Euro, geht aus der jüngsten Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung der Oesterreichischen Nationalbank hervor.

Glückliche Aktien-Muffel
"Der Österreicher ist ein Aktienmuffel, er legt aber sein Geld gern dort an, wo es steuerliche Vorteile zu lukrieren gibt", sagt OeNB-Direktor Zöllner: "Der durchschnittliche österreichische Sparer ist risiko-avers. Eine staatliche Förderung macht ihn aber ziemlich munter." Gerade durch ihr vorsichtiges Anlageverhalten seien die Bürger in unserem Land auch gut über das schwierige Veranlagungsjahr 2002 drüber gekommen. In Deutschland etwa sei das Privatvermögen im Vorjahr erstmals sogar gesunken.
(apa)

28.10.2003 13:19