Haberzettl: ÖBB-Reform macht Bahn zur "Lachnummer in der EU"
- Verkehrsentwicklung in der Europäischen Union "unberücksichtigt"
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Eisenbahner-Gewerkschaftschef Wilhelm Haberzettl eröffnet im Zwist um die ÖBB-Reform eröffnet eine neue Front: Eine europäische. Die ÖBB-Neustrukturierung lasse die künftige Verkehrsentwicklung in Europa unberücksichtigt, warnt er. Das Wachstum des Verkehrs würde die ÖBB "personell überlasten" und die "ungenügende Infrastruktur-Finanzierung" mache die Österreichischen Bundesbahnen zur "Lachnummer in der EU".
Nach Berechnungen der EU wachse bis 2010 der Güterverkehr um 38 Prozent, der Personenverkehr um 24 Prozent. Das wären bei weiterhin gleichen ÖBB-Marktanteilen "wenigstens 6,7 Milliarden zusätzliche Tonnenkilometer für die ÖBB", teilte Haberzettl in einer Aussendung mit. Damit müssten die ÖBB zu ihren 2.500 Zügen, die derzeit täglich gefahren würden, zusätzlich 950 Züge führen, so seine Berechnungen.
Die Österreichischen Bundesbahnen würden jedoch die Zahl der Lokführer schon 2004 um 200 verringern, obwohl schon jetzt 700 Lokführer fehlten. "Das bedeutet, dass der Verkehrsminister mit seinen vorgeblichen Reformplänen die ÖBB vorsätzlich an die Wand fährt", prognostiziert der Eisenbahner-Gewerkschafter.
Und rechnet vor: Derzeit kämen auf einen Eisenbahner im Personenverkehr 76 Fahrgäste, in Zukunft würde es mit 111 Fahrgästen ein Drittel mehr sein. Was Haberzettl zur Frage veranlasst, ob der Verkehrsminister sine Bahnreform nicht nur gegen die Eisenbahner, sondern auch gegen die Reisenden plane.
Besonders gravierende Auswirkungen fürchtet Haberzettl bei der Schieneninfrastruktur: Nach Berechnungen des Verkehrsclub Österreichs (VCÖ) würde der Ost-Verkehr um 60 Prozent zunehmen. Auch wenn dabei der größte Verkehrszuwachs auf die Straße entfalle, stehe die Bahn "vor dem Kollaps".
Mit ihrer derzeitigen Infrastruktur könne sie im Ost-West-Transit höchstens einen Zuwachs von 3 Prozent verkraften. Absehbar sei jedoch, dass sich der Transit-Güterverkehr in die EU-Beitrittsstaaten verdoppeln werde, jedoch der Ausbau der Bahninfrastruktur dorthin nur ungenügend gesichert sei.
(apa, red)
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