Dienstag, 28. Oktober 2003

Feiertag: Frankreich schafft den Pfingstmontag ab

  • Finanzierung von Hilfsmaßnahmen zu Gunsten von Senioren

Ab 2004 soll der in Frankreich der Pfingstmontag als Feiertag abgeschafft werden! Auf diese Weise sollen finanzielle Hilfsmaßnahmen zu Gunsten betagter Personen finanziert werden. Dies hat die französische Regierung in einer Ministerversammlung beschlossen.

Premier Jean-Pierre Raffarin (UMP) hatte eine solche Maßnahme bereits Anfang September in Aussicht gestellt.

Die Abschaffung des Feiertags dürfte den Staatskassen zusätzliche 1,9 Milliarden Euro einbringen. Der damit finanzierte Solidaritätsplan für Senioren soll laut Zeitungsberichten nächste Woche angekündigt werden. Nach Angaben der Wirtschaftstageszeitung "Les Echos" soll die Abschaffung des Feiertags offiziell bei der Ministerratssitzung vom kommenden 6. November genehmigt werden.

Die Unternehmen sollen einen Teil des Erlöses des zusätzlichen Arbeitstags in der Form eines neuen Sozialbeitrags im Ausmaß von 0,2 Prozent bis 0,3 Prozent der Lohnmasse an den Staat abtreten, schreibt "Les Echos" weiter. Ein entsprechender Sozialbeitrag soll auch für Rentner eingeführt werden. Freiberufler, Landwirte und Arbeitslose sollen sich dagegen nicht an der Finanzierung des Solidaritätsfonds beteiligen, präzisiert "France Soir". Weiters plant das Finanzministerium laut Zeitungsberichten eine neue Kapitalbesteuerung, die 200 Millionen Euro einbringen soll.

Durch die zusätzlichen Einnahmen sollen bis 2015 insgesamt 100.000 zusätzliche Spitalbetten für betagte Personen zur Verfügung gestellt werden. Etwa 400 bis 500 Millionen Euro sollen zur Finanzierung der Sonderrente für unselbstständige Personen APA (Allocation personnalisee d'autonomie) zur Verfügung gestellt werden. Im vergangenen Sommer geriet die Regierung unter Beschuss, als infolge der Hitzewelle mehr als 10.000 ältere Personen starben. Die Spitäler und Altersheime waren vollkommen überlastet und nicht entsprechend ausgestattet.
(apa, red)

28.10.2003 10:59