Neues Service für Raiffeisen-Kunden: Beratung am Samstag
- Aber: Keine Schaltergeschäfte am Samstag. RLB-Chef Püspök: Auf 10 Stunden täglich begrenzte Arbeitszeit hat "in der heutigen Zeit nichts mehr verloren"
Das neues Service für Raiffeisen-Kunden: Beratung am Samstag, aber keine Schalter-Geschäfte! Für eine Ausdehnung der Beratungszeiten und damit verbunden für eine Arbeitszeitflexibilisierung macht sich jetzt Raiffeisen stark. Für Peter Püspök, Chef der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien), hat die mit täglich 10 Stunden nach oben begrenzte Arbeitszeit der Bankangestellten in der heutigen Zeit nichts mehr verloren.
Mit diesem Relikt werde "ein Schutzbedürfnis vorgegaukelt", das für Voest-Arbeiter an Hochöfen seine Berechtigung habe, aber in der immer wichtiger werdenden Beratungsarbeit im Bankgeschäft kontraproduktiv wirke.
Geldstrafen bei zu langer Arbeit
Bisher können nach dem Besuch des Arbeitsinspektorats Geldstrafen gegen die Banker verhängt werden, wenn Zeiterfassungsgeräte Überschreitungen der höchstmöglichen täglichen Dienstzeit der Mitarbeiter ergeben. Püspök selber ist schon für Arbeitszeitüberschreitung in seinem Haus abgestraft worden, damals mit 30.000 Schilling (2.180 Euro).
Über 10 Stunden arbeiten, "leistungsgerechte" Entlohnung
Wünsche ein Kunde nach 18 Uhr ein Beratungsgespräch, müsse das machbar sein, auch wenn der Mitarbeiter schon um 8 Uhr früh in der Bank war. Dafür müsse der betreffende Berater ja nicht fünf Tage, sondern vielleicht nur vier Tage die Woche arbeiten. Püspök erneuerte damit zugleich seine Forderung nach stärkerer leistungsgerechter Entlohnung.
"Die Beratungszeiten werden anders sein müssen als die Schalterzeiten", grenzte Püspök am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten bereits vorweg ab. Seiner Meinung nach wird - da fortschreitende Automatisierung und Internetbanking die Kassenhallen zunehmend leerten - die Schaltertätigkeit zur "Nebentätigkeit" der persönlichen Beratung.
Überhaupt sei "der beste Beratungstag der Samstag", stellte Püspök fest. Zur Zeit würde der Samstag als Arbeitstag ausgespart, kritisierte er die gegebenen Verhältnisse.
Die Zahl der Bank-Filialen wird sukzessive weiter sinken, auch weil das Internetbanking noch massives Potenzial bietet, betont der Raiffeisen-Banker. Überflüssig wird die Filiale damit aber keinesfalls, betont Püspök: "Man will wissen, dass die Bank nicht nur im Internet existiert."
(apa, red)
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