Wiener Handel: Abschaffung der Bargeld-Spesen gefordert
- Gespräche zwischen Kammer und Bankensektor angeregt
- Verwaltung von Bargeld "ureigenstes Geschäft der Banken"
Die Banken wollen am liebsten den gesamten Bargeldverkehr abschaffen und nur mehr Buchgeld verrechnen. Daher verlangen sie immer höhere Spesen auf Bargeld-Einzahlungen. Für den Handel und kleine Dienstleister bedeutet das aber eine große Belastung: Sie "können das Bargeld ja nicht abschaffen!" - und zahlen drauf.
Der Wiener Handel protestiert gegen die zunehmend höheren Bankspesen bei Bargeldeinzahlungen. "Wir können das Bargeld nicht abschaffen", ärgert sich der Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftkammer Wien, Fritz Aichinger, über die zusätzliche Belastung gerade für kleine Handels- und Dienstleistungsunternehmen.
Er fordert daher die sofortige Aussetzung der Bargeld-Gebühren.
"Bei Friseuren, in Boutiquen, Trafiken & Co gibt es viele kleine Beträge und sie können zu ihren Kunden nicht sagen, zahlen sie bitte mit Karte", so Aichinger. Zwar sei der Bargeld-Anteil bei den Zahlungen der Kunden fast überall zurückgegangen, "ganz abschaffen können wir es aber nicht". Auch bei der Bitte um Kleingeld gebe es immer häufiger Diskussionen.
BA-CA verlangen 5,50 Euro
Aichinger reagiert mit seiner Initiative nicht zuletzt auf die Einführung einer entsprechenden Gebühr bei der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), die seit kurzem auch für Bareinzahlungen der Tageslosung auf ein Firmenkonto 5,50 Euro verrechnet.
Raiffeisen nimmt 7,27 Euro (100 Schilling)
Die BA-CA habe mit diesem Schritt nachgezogen, was andere schon vorher gemacht haben, verteidigt die Bank den Schritt. Bei der BAWAG/P.S.K. kosten Bareinzahlungen der Tageslosung laut Wirtschaftskammer Wien 2,50 Euro, bei Raiffeisen 7,27 Euro, bei der Oberbank 6 Euro. Bei der Erste Bank werden für einen Eigenerlag 0,45 Euro verrechnet, die Einlieferung in den Tag- oder Nachttresor kostet 7,23 Euro.
Volksbanken verrechnen nichts
Die Volksbanken wiederum verrechnen für die Bareinzahlung am Schalter nichts, der Nachttresor schlägt mit 80 Euro pro Jahr zu Buche.
Die Beträge sind nicht nur zwischen den Bankinstituten (und Filialen) unterschiedlich, sondern auch zwischen den Unternehmen, so Aichinger. "Der große Filialist zahlt die Spesen für Bargeldabwicklung meist nicht, der kleine Unternehmer mit weniger Durchsetzungsvermögen dagegen schon".
Für die Banken sei nach seinem Verständnis die Verwaltung von Bargeld "das ureigenste Geschäft".
(apa, red)
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