ÖBB-Boykott? Haberzettl warnt: "Wien droht Kollaps"
- Reform gefährdet Rechte von 1,5 Mio. Arbeitnehmern
- Eingriff in private Dienstverträge habe Auswirkungen auch auf Nicht-ÖBBler
·ÖBB-Protest
Am Wochenende keine Zugausfälle
·ÖBB-Proteste
Haberzettl droht mit echtem STREIK!
·Überstunden
Boykott stößt auf geteiltes Echo
·ÖBB-Proteste
Mehrheit hält sie für gerechtfertigt
Von dem gewerkschaftlich organisierten Überstunden-Boykott bei den ÖBB haben die Kunden noch nichts gespürt. Der ÖBB-Vorstand sagt, die Dienstpläne werden wie immer eingehalten. Gewerkschafter Haberzettl sieht das anders: Die Lage werde beschönigt: Im Güterverkehr gebe es einen "nachhaltigen Rückstau", der Raum Wien stehe vor einem Kollaps in der zweiten Wochenhälfte.
Obwohl die Bahnreisenden vom Überstundenboykott der Eisenbahnergewerkschaft bisher noch nichts gemerkt haben, droht Haberzettl einmal mehr mit Kampfmaßnahmen. Würden die Vorschläge der Eisenbahnergewerkschaft in der verbleibenden Zeit bis zum 3. November, dem Ende der gesetzlichen Begutachtungsfrist der ÖBB-Gesetze, nicht angenommen, dann würden die Kampfmaßnahmen der Gewerkschaft "mit Sicherheit verschärft", so Haberzettl.
Er rechnet für den Raum Wien in der zweiten Wochenhälfte mit einem "Kollaps". Der ÖBB-Vorstand gibt sich gelassen: Die Dienstpläne würden eingehalten, es gebe nach wie vor keine spürbaren Auswirkungen für die Bahnkunden.
1,5 Millionen Arbeitnehmer gefährdet?
Der im Zuge der geplanten ÖBB-Reform vorgesehene Eingriff in privatrechtliche Dienstverträge könnte "die sozialen Rechte von mehr als 1,5 Millionen Arbeitnehmer gefährden", warnte heute Montag der Chef der Eisenbahnergewerkschaft (GdE), Wilhelm Haberzettl, in einer Pressemitteilung. Weiters bezeichnete Haberzettl die in Begutachtung befindliche Reform als "Todesurteil für die Bahn".
"Die Bundesregierung führt die Österreichischen Bundesbahnen mit ihren ÖBB-Gesetzen in ein sicheres Finanzdebakel", fürchtet der Gewerkschaftschef. Er sieht sich durch die jüngste Entwicklung bei der englischen Bahn bestätigt, die alle bisher in privater Hand befindlichen Wartungsverträge für das Schienennetz nun wieder in staatliche Obhut übernehme.
(apa, red)
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