Montag, 27. Oktober 2003

Tschechische Umweltschützer: Attackieren Lidl wegen "Baum-Affäre"

  • Hunderte Bäume vor den Verkaufsstellen wurden illegal gefällt
  • Lidl-Manager: "Medien-Kampagne"

Die Supermarket-Kette Lidl sieht sich in Tschechien mit Protesten von Umweltschützern konfrontiert. Vor den Lidl-Märkten in mehreren tschechischen Städten wurden in den vergangenen Tagen einige hunderte Bäume illegal gefällt. Die Umweltschützer haben den Verdacht, dass Lidl dahinter steckt.

Mit der Beseitigung der Bäume habe sich die Handelskette eine bessere Sichtbarkeit ihrer Supermarkets sichern wollen, behauptet die Umweltgruppe "Deti zeme" ("Kinder der Erde"). Lidl wies die Vorwürfe zurück.

Der Geschäftsführer distanzierte sich von der "Bäume-Affäre". Der Umweltschutz sei für sein Unternehmen sehr wichtig, deshalb tue ihm sehr Leid, dass gegen Lidl eine "Medien-Kampagne" geführt werde. Deshalb habe die Kette eine Strafanzeige gegen unbekanten Täter eingereicht. "Wir müssten Narren sein, wenn wir so etwas täten. Wir wissen, wie es die Leute empören würde", betonte er.

Genehmigung wurde zuvor verweigert
Die Medien weisen jedoch darauf hin, dass Lidl auf die Vorwürfe erst nach zwei Wochen reagiert haben. Darüber hinaus habe Lidl in mehreren Fällen die örtlichen Behörden selbst um die Beseitigung der Bäume ersucht, allerdings keine Genehmigung dafür erhalten.
(apa, red)

27.10.2003 10:54