Montag, 27. Oktober 2003

Russlands Geheimdienst durchsucht PR-Agentur - Computer beschlagnahmt

  • Offiziell auf der Suche nach Yukos-Beweisen
  • Ähnliche Aktionen auch in Waisenhaus und Vorschule

Wie eine russische Zeitung berichtet, haben sich die Behörden bei der Jagd nach Yukos-Manager Chodorkowski nicht auf seine Firma beschränkt: Auch eine mit Yukos zusammen arbeitende PR-Agentur wurde durchsucht, die Belegschaft in einen Konferenzraum gesperrt - ohne die Ankunft von Anwälten abzuwarten.

Eine Gruppe von Ermittlern aus dem Büro des Staatsanwalts und vom Inlands-Geheimdienst FSB hat eine mit Yukos arbeitende PR-Agentur gestürmt und Computer sowie Dokumente beschlagnahmt. Offiziell, um darin nach Beweisen für Steuerhinterziehung des verhafteten Öl-Managers Chodorkowski zu suchen. Das berichtet die russische Online-Zeitung gazeta.ru.

20 Männer betraten die Agency for Strategic Communications in Moskau und zeigten den Angestellten ein Papier, das sie ermächtigte, die Computerserver und Dokumente mitzunehmen - im Zusammenhang mit Yukos-Ermittlungen. Während die Beamten die Arbeitsplätze durchsuchten, wurde die Belegschaft in einen Konferenzraum gesperrt. Auf die Ankunft von Anwälten, die das Treiben der Geheimdienstler beobachten hätten können, wurde nicht gewartet.

Waisenhaus gestürmt
Ähnliche Durchsuchungen wurden laut gazeta.ru in den vergangenen zwei Wochen bereits in einem Waisenhaus und einer Vorschule in der Ortschaft Koralovo vorgenommen. Beide Einrichtungen wurden von Yukos gesponsert.
(red)

27.10.2003 10:34