Freitag, 31. Oktober 2003

Hektik im Hanappi: Tabellenführer Rapid bleibt zu Hause eine Macht

  • Schiri Brugger nach glücklichem Rapid-Sieg in der Kritik
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Der SK Rapid bleibt im Hanappi-Stadion eine Macht. Der Tabellenführer der Bundesliga, erstmals seit fünf Wochen wieder mit Kapitän Steffen Hofmann in der Start-Elf, drehte gegen den SV Mattersburg einen 0:1-Rückstand in der zweiten Hälfte noch in einen 3:1-Sieg um. Verfolger Austria war ebenfalls siegreich und bleibt Rapid auf den Fersen.

Das Team von Trainer Josef Hickersberger feierte den vierten Heimsieg in Folge und bleibt als beste Heim-Mannschaft im Hanappi-Stadion weiter ungeschlagen. Für Diskussionen sorgte aber vor allem Schiedsrichter Bernhard Brugger.

Der 36-jährige FIFA-Referee aus Salzburg stellte die Mattersburger Mandreko (62., Gelb-Rot) und Kaintz nach brutalem Foul (69.) sowie den Rapidler Adamski wegen Torraubs (36.) zu Recht vom Platz, bei anderen Entscheidungen lag er nicht immer richtig.

Fragwürdige Elfmeterentscheidung
Auch der erste Elfmeterpfiff war wohl noch gerechtfertigt (Abseitsstellung vor der Aktion), als Adamski Fülöp niederriss und zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen ausgeschlossen wurde. Der Ex-Rapidler Kühbauer verwandelte ebenso sicher wie in der 53. Minute Hofmann, allerdings nach einem mehr als fragwürdigen Strafstoß. Burgstaller (64.) und Pashazadeh (86.) fixierten danach den Rapid-Sieg. "Bei so einem Spiel schaut ein Schiedsrichter nie gut aus. Es ist schwierig, wenn die erste Karte, die man gibt, gleich eine Rote ist", erklärte Brugger.

Hickersberger spendet Trost
Selbst Hickersberger hatte Verständnis für den Unmut der Burgenländer. "Ich kann Werner Gregoritsch verstehen, wenn er sich in der zweiten Hälfte benachteiligt fühlt, weil viele Entscheidungen nach Kompensation ausgeschaut haben. Wir haben uns in der ersten Hälfte durch viele Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt gefühlt, Mattersburg hat dieses Gefühl nach der Pause noch mehr zu spüren bekommen", sagte Hickersberger.

Grün-Weiß mit mehr Glück
Lob gab es dagegen für den Gegner. "Ich habe vor dem Spiel gesagt, die glücklicher Mannschaft soll gewinnen, und heute waren wir die glücklichere Mannschaft. Mattersburg hat sich nicht als Aufsteiger, sondern als gestandener Bundesligaverein präsentiert", meinte der Rapid-Coach, der die Auswechslung des wütenden Wallner in der 44. Minute mit taktischen Zwängen rechtfertigte.

"Ich verstehe seine Reaktion und habe Verständnis dafür, aber ohne einen zweiten Innenverteidiger wäre es nicht gut gegangen. Ich muss das machen, was für die Mannschaft das Beste ist. Es ist aber alles im Rahmen geblieben und war ein normaler Disput, wie er zwischen Trainer und Spieler öfters vorkommt."

Gregoritsch hadert mit Elferpfiff
Gregoritsch, der sich zu Wochenmitte über eine gehässige Atmosphäre in Bregenz heftig geärgert hatte, blieb diesmal zurückhaltend, aber nicht weniger deutlich. "Der Elfer zum 1:1, der keiner war, war der Knackpunkt. Ich muss meine Mannschaft für das hervorragende Verhalten in der ersten Hälfte loben. Was in der zweiten Hälfte passiert ist, möchte ich nicht kommentieren. Jeder hat gesehen, dass andere Kräfte dafür verantwortlich waren, dass wir verloren haben. Mir tut meine Mannschaft deshalb sehr Leid." (apa/red)

31.10.2003 10:29