Donnerstag, 30. Oktober 2003

Nach Derby-Niederlage: Geht Tabellenführer Rapid im Herbst noch die Luft aus?

  • "Hicke": Im Derby weder mental noch spielerisch frisch genug!
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Objektiv gesehen darf man sich als Fußballfan freuen: Nach Rapids 0:2-Derby-Schlappe ist die Liga eindeutig spannender. Rapid Fans macht die Art der Niederlage eher Angst. Grünweiß zeigte die schwächste Saisonleistung udn kassierte in den letzten drei Ligaspielen immerhin zwei Niederlagen. Geht Rapid im Herbstfinish gar die Luft aus?

Fakt ist: Durch den 2:0-Heimsieg der Austria im 266. Derby wurde der T-Mobile-Bundesliga wieder mehr Spannung eingehaucht. Das Guthaben des Tabellenführers Rapid gegenüber dem ersten Verfolger reduzierte sich von sieben auf vier Punkte.

Zu viele Ballverluste bei Rapid
Für Josef Hickersberger war die "Niederlage auf Grund unserer Leistung verdient", die Austria habe die Grenzen Rapids aufgezeigt. "Dass wir ein Derby verloren haben, ist doppelt bitter", meinte der Rapid-Coach, der zu viele Ballverluste und keinen Spielaufbau seiner Elf gesehen hatte. Und weiter:"Wir haben uns während 90 Minuten nicht durchsetzen können. Unser Spiel war nicht von Ideen, sondern Angst geprägt. Wir wollten nach dem Ausschluss noch den Ausgleich erzielen, aber wir waren geistig müde, weder mental noch spielerisch frisch genug."

Rekordmeister wartet seit 10 Spielen auf Sieg
Die Rapidler haben sich keine echte Torchance erarbeitet, selbst nach dem Ausschluss von Akoto waren die Gäste nie torgefährlich. Und so wartet der Rekordmeister mittlerweile schon zehn Spiele auf einen vollen Erfolg gegen den Lokalrivalen - das hat es in der 92-jährigen Derby-Geschichte noch nie gegeben". Dass das Horr-Stadion für die Grünen längst zur "Horror"-Arena geworden ist, kommentiert Hickersberger mit Galgenhumor.

Angst vor einem Einbruch hat "Hicke" nicht. Nach der Niederlage gegen Admira zeigten Ivanschitz & Co beim Sieg gegen Sturm eine Extraklasse-Leistung.

"Das war eine klare Antwort auf die Diskussionen der vergangenen Wochen. Die Mannschaft hat für den Trainer gekämpft, gut gespielt und Charakter gezeigt. Wir haben gesehen, auf welche Spieler wir in Zukunft bauen können", resümierte mit Zufriedenheit Austria-Vize Andreas Rudas, nachdem er seinen in Übersee weilenden Chef Frank Stronach per Handy über den 97. Derby-Erfolg ("Er hat sich sehr gefreut") informiert hatte.

Löw erleichtert
Joachim Löw präsentierte sich in der Pressekonferenz nach dem Spiel ebenfalls sichtlich erleichtert und gelöst: "Wir sind alle unter Druck gestanden. Die Verantwortlichen im Verein wie Rudas und Sportdirektor Günter Kronsteiner haben mir stets das Vertrauen ausgesprochen. Wir haben alle an einem Strang gezogen." Er sei froh, dass seine Mannen eine gute Leistung gezeigt hätten.

"Hicke" sehnt neues Austria-Stadion herbei
"Ich bin froh, wenn Frank Stronach bald das neues Stadion bauen lässt, denn hier ist für uns nicht viel zu holen", meinte Hickersberger, der postwendend vom Kollegen Löw als "Konter" die schlagfertige Antwort bekam, dass man dann aber mit dem Derby stets ins Horr-Sadion zurück kehren werde. "Hicke" als Gast hatte in diesem witzigen Schlagabtausch das letzte Wort, in dem er die Frage stellte: "Ob uns das beide dann noch tangieren wird?" Auch wenn beide Betreuer derzeit fest im Sattel sitzen, das Trainer-"Dasein" kann mitunter kurz sein. Siehe Hannes Haubitz und Lars Söndergaard.

(APA/red)

30.10.2003 15:37