Montag, 27. Oktober 2003

Sölden: Miller ließ "Das Duell" zur Randnotiz verkommen

  • Miller: "Wünschte, Weltcup wäre schon vorbei"
  • Eberharter und Maier mit Plätzen 8 und 16 zufrieden

Fast als "einen von uns" feierten die österreichischen Ski-Fans am Sonntag Riesentorlauf-Sieger Bode Miller. Dem 26-jährigen Wahl-Österreicher flogen am Sölden-Wochenende vor und nach dem Rennen die Sympathien zu, auch wenn der US-Amerikaner den ÖSV-Athleten ordentlich die Show stahl. Das im Vorfeld hochgeschaukelte "Duell" Stephan Eberharter gegen Hermann Maier verkam da zur Randnotiz. Die beiden ÖSV-Stars konnten aber mit ihren Rängen 8 (Eberharter) und 16 (Maier) ausgezeichnet leben.

Vorjahressieger Eberharter hatte im Vorfeld seines Tiroler Heimspiels mit einer Grippe zu kämpfen gehabt, die ihm doch ziemlich zu schaffen machte. "Ich hab's mehr gespürt, als ich geglaubt habe. Vor dem zweiten Durchgang war ich schon richtig erledigt. Deswegen bin ich über das Top-Ten-Resultat richtig happy", meinte der Zillertaler, der anstelle des Super-G-Trainings in Sölden das Bett hüten und seine Grippe auskurieren wird. Die Leistung von Sieger Miller bezeichnete der Zillertaler als "sensationell", Angst kenne Eberharter aber im reifen Sportleralter von 34 Jahren keine.

Hermann Maier mit Sicherheitsläufen
Laut eigener Aussage mit zwei echten Sicherheitsläufen klassierte sich Maier, der die Top-15 als Ziel ausgegeben hatte, an 16. Stelle. "Das war ein erstes Herantasten. Ich bin mit angezogener Handbremse gefahren, da ist noch viel mehr drinnen", versicherte der Salzburger, dass noch einige Reserven vorhanden sind. "Bei der Zwischenzeit hab ich auf die Reaktion der Leute geachtet. Daran merke ich, dass ich noch unsicher bin", beschrieb Maier, der mit Nummer 26 an den Start gehen musste, seine Erfahrungen beim Start in die Comeback-Saison.

Miller mit über einer Sekunde Vorsprung
An Miller kamen aber nicht nur Maier und Eberharter, sondern auch der gesamte Rest des Feldes bei weitem nicht heran, 1,12 Sekunden trennten den Amerikaner am Ende vom zweitplatzierten Frederic Covili. "Ich wünschte, der Weltcup wäre schon vorbei und sie würden mir die Kugel schon jetzt geben", schielte Miller gierig auf den Zwischenstand im Gesamt-Weltcup. Als bisher letzter US-Amerikaner hat ja nach wie vor 1983 Phil Mahre den "Overall" gewonnen. "Das wird ein ganz hartes Stück Arbeit", ist sich Miller trotz seiner Ausnahmeleistung im Ötztal sicher. "Ich bin aber bereit, jede Menge Rennen zu gewinnen."

Von allen Seiten mit Lob überschüttet
Die Leistung der mannschaftlich geschlossenen Österreicher wollte der US-Boy, der von allen Seiten mit Lob überschüttet wurde, nicht überbewerten. "Das war einer dieser Tage, die ein Team eben hat." Über seine eigene Leistung war der Weltmeister von St. Moritz natürlich höchst glücklich: "Eine Saison so zu starten, ist traumhaft. Noch dazu in Österreich und auf diesem schwierigen Kurs."

(APA/red)

27.10.2003 13:05