Irakischer Schiitenführer wechselt Kurs: Amerikaner sind "Gäste"
- Muktada el Sadr nennt Saddam und seine Anhänger eigentlichen Feinde der Iraker
Der für seine anti-amerikanischen Äußerungen bekannte irakische Schiitenführer Muktada el Sadr hat seinen politischen Kurs offenbar radikal geändert. In einer Erklärung bezeichnet der junge Geistliche die US-Soldaten als "Gäste im Irak". Die Amerikaner seien ein "Volk, das den Frieden liebt", die eigentlichen Feinde der Iraker seien der entmachtete Präsident Saddam Hussein und seiner Anhänger.
Nach Angaben einer Zeitung, die von den USA beeinflusst wird, rief El Sadr, der bisher immer den sofortigen Abzug der Besatzer gefordert hatte, die Koalitionstruppen auf, zu helfen, Seite an Seite mit den Irakern das Blutvergießen zu beenden. Er wolle künftig an Beratungen mit den Amerikanern teilnehmen, erklärte El Sadr.
Der Prediger hatte die Amerikaner in den vergangenen Monaten mit der Gründung einer eigenen Miliz ("Mahdi-Armee") und Plänen für die Ernennung eines "Schattenkabinetts" in Konkurrenz zum provisorischen Regierungsrat gegen sich aufgebracht.
Sein Machtkampf mit dem als gemäßigt geltenden Großajatollah Ali el Sistani hat bereits zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der beiden Geistlichen geführt.
(apa, red)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
