Sonntag, 2. November 2003

Irak: Helikopter der US-Armee abgeschossen - 16 Tote

  • Erneuter Anschlag auf US-Armee - zwei Tote
  • Umfrage: Zustimmung zu Bushs Irak-Kurs sinkt

Seit der Eroberung des Irak sind in dem Land an einem Tag noch nie so viele US-Bürger ums Leben gekommen wie am Sonntag. 16 Soldaten starben beim Abschuss es Hubschraubers, zwei Zivilangestellte des Militärs fanden bei einem Sprengstoffanschlag den Tod. Beim Hubschrauberabschuss wurden zusätzlich 20 Personen verletzt. Die Zustimmung der US-Bevölkerung zu Bushs Irak-Kurs sinkt weiter.

Der Hubschrauber sollte gemeinsam mit einem weiteren mehr als 50 Passagiere zum US-Stützpunkt auf den internationalen Flughafen von Bagdad bringen, wie die Armee erklärte. Augenzeugen berichteten von zwei Raketen, die auf den Helikopter abgefeuert worden seien. Er ging in der Nähe des Dorfs Hasi nieder, zehn Kilometer südlich von Falluja. Die Stadt im so genannten sunnitischen Dreieck gilt als ein Zentrum des Widerstands gegen die Besatzungstruppen.

Bei Zusammenstößen in Bagdads westlicher Vorstadt Abu Ghoreib sollen indes mehrere amerikanische Soldaten verletzt worden sein. Der arabische Fernsehsender Al Jazeera berichtete, Iraker hätten Handgranaten auf die Amerikaner geworfen. In dem Vorort hatten US-Soldaten kürzlich bei einer Demonstration mehrere Menschen erschossen. Über mögliche Opfer gab es unterschiedliche Darstellungen.

US-Verteidigungsminister Rumsfeld räumte indes Unwissen der USA über den Umfang und den Organisationsgrad ihrer Gegner im Irak eingeräumt. Der Minister zeigte sich überzeugt, dass sich ausländische Kämpfer und Funktionäre der Baath-Partei von Saddam Hussein in ihren Aktionen abstimmten. Es gebe allerdings keine Belege dafür, dass Saddam Hussein selbst hinter den Gewalttaten stecke.

51% der US-Bürger gegen Irak-Kurs
US-Präsident George W. Bush hat in der öffentlichen Meinung an Unterstützung verloren. Einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Senders ABC News und der "Washington Post" zufolge ist mit 51 Prozent erstmals eine Mehrheit der US-Bürger gegen Bushs Irak-Kurs, während sich 47 Prozent dafür aussprachen. Weniger als 10 Prozent der Befragten waren der Ansicht, dass es dem Land seit Bushs Amtsantritt besser gehe. 58 Prozent - eine neue Höchstmarke - glauben, dass der Präsident ihre Probleme nicht verstehe.

Mit der Wirtschaftspolitik Bushs sind 53 Prozent unzufrieden, 45 äußerten sich zufrieden. Die große Mehrheit - 62 Prozent gegen 35 Prozent - hält die Wirtschaft im Vergleich zum Terrorismus für das dringendere Problem. Zwar halten den Irak-Krieg noch 54 Prozent für sinnvoll, im April lag die Rate aber noch bei 70 Prozent. 62 Prozent finden die Zahl der in Irak getöteten US-Soldaten inakzeptabel.

Die Umfrage wurde von 26. bis 29. Oktober telefonisch durchgeführt. Die Fehlermarge wurde mit drei Prozentpunkten angegeben. (apa/red)

2.11.2003 08:32