USA: Behörden wollen Zacarias Moussaoui unbedingt hinrichten
- Gericht hat Todesstrafe verboten - Staat will dieses Urteil kippen
- Lebender Moussaoui als Gefahr für die Nationale Sicherheit?
Die US-Regierung geht einem Zeitungsbericht zufolge weiter gegen eine Gerichtsentscheidung vor, nach der sie gegen den mutmaßlich in die Anschläge vom 11. September 2001 verwickelten Franzosen Zacarias Moussaoui nicht die Todesstrafe beantragen darf. Das Urteil stelle eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA dar. Die Vorladung von Entlastungszeugen will der Staatsanwalt nicht zulassen.
Wie die "Washington Post" in ihrer Samstagsausgabe berichtete, machte die Anklage in einem Dossier an ein Berufungsgericht in Richmond im US-Bundesstaat Virginia geltend, dass Moussaoui nach Zeugenaussagen zwar kein bedeutender Akteur bei den Anschlägen vom 11. September war; aber bei einer zweiten Attentatswelle mitmachen sollte, wie angeblich festgenommene Mitglieder des El-Kaida-Netzwerkes ausgesagt hätten. Daher müsse für Moussaoui weiterhin die Todesstrafe in Betracht kommen.
Anklage will keine Entlastungszeugen hören
Ein Bezirksgericht in Alexandria in Virginia hatte entschieden, dass die US-Staatsanwaltschaft nicht die Todesstrafe beantragen und sich auch nicht auf die mutmaßliche Mitwirkung Moussaouis an den Anschlägen beziehen dürfe. Zur Begründung hieß es, dass die Anklage die Vorladung von Entlastungszeugen abgelehnt hatte.
Moussaoui forderte die Vernehmung von drei mutmaßlichen Führungsmitgliedern des El-Kaida-Netzwerks, die in Pakistan festgenommen worden waren und seine Unschuld bezeugen sollten.
Die US-Anklagevertretung beschuldigt Moussaoui, einen marokkanisch-stämmigen Franzosen, als 20. Luftpirat bei den Anschlägen des 11. September eingeplant gewesen zu sein. Moussaoui war einen Monat vor den Anschlägen festgenommen worden, nachdem er an einer Pilotenschule im US-Bundesstaat Minnesota aufgefallen war.
(apa, red)
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