Wiesenthal-Zentrum entsetzt: 59% der Europäer betrachten Israel als "größte Gefahr für den Frieden"
- Umfrage unter 7.500 Europäern als Zeichen des Antisemitismus?
- Ausschluss der EU aus Nahost-Friedensprozess gefordert
Mit Entsetzen hat das Simon-Wiesenthal- Zentrum in Los Angeles auf eine Umfrage reagiert, nach der rund 59 Prozent der Europäer Israel als größte Bedrohung für den Weltfrieden ansehen. Er sei schockiert, dass Israel als noch größere Bedrohung empfunden werde als der Iran und Nordkorea, sagte der Leiter des Zentrums, Rabbi Marvin Hier, am Freitag unter Berufung auf eine Umfrage der EU-Kommission.
Diese Vorstellung widerspreche jeglicher Logik und sei Ausdruck "rassistischer Fantasien". Sie zeige, dass der "Antisemitismus in Europa tiefer verwurzelt" sei als zu jeder anderen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Sollten sich die Ergebnisse bewahrheiten, müsse die EU vom Friedensprozess im Nahen Osten ausgeschlossen werden.
Im Auftrag der EU-Kommission waren Anfang Oktober mehr als 7.500 Europäer zur Situation im Irak und den Auswirkungen auf den Weltfrieden befragt worden. Einen Teil der Ergebnisse hatte die Kommission bereits am vergangenen Montag veröffentlicht, doch erst die spanische Zeitung "El Pais" enthüllte am vergangenen Donnerstag die Antworten zu Israel. Ein Kommissionssprecher wies Vorwürfe der Manipulation zurück. Er sagte, der Bericht sei noch nicht vollständig gewesen. Die komplette, insgesamt 90 Seiten umfassende Umfrage soll nun am Montag veröffentlicht werden.
(apa)
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