Bush: US-Truppen bleiben trotz Terror im Irak!
- Bagdad: US-Soldaten töten bei Gefechten 14 Iraker
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·Paul Bremer
"Saddam Hussein noch im Irak"
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·Trotz Terror
UNO will weiterhin im Irak bleiben
Sechs Monate nach Beendigung der Hauptkampfhandlungen geht die Serie an tödlichen Gewaltakten und Anschlägen im Irak weiter. Bei blutigen Zusammenstößen zwischen Soldaten und Irakern wurden am Freitag in einem Vorort von Bagdad 14 Iraker getötet. Am Samstag früh kamen bei einer Bombenexplosion in der nordirakischen Stadt Mosul zwei US-Soldaten ums Leben. Gegner der US-Besatzungstruppen haben diesen Samstag zum "Tag des Widerstandes" erklärt. US-Präsident George W. Bush schließt einen vorzeitigen Rückzug der Besatzungstruppen aus dem Irak trotz der stetig steigenden Zahl getöteter US-Soldaten weiterhin aus.
"Die USA werden ihre Arbeit im Irak beenden", sagte Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache. Das Land vorzeitig zu verlassen "würde die Terroristen nur ermutigen" und die Gefahren erhöhen. "Wir sind entschlossen, zu bleiben, zu kämpfen und zu siegen", sagte Bush.
In den vergangenen Jahrzehnten hätten Terroristen meinen können, sie könnten die USA mit Angriffen zum Rückzug zwingen. Als Beispiele nannte Bush den Anschlag auf die US-Botschaft in Libanon 1983 und die Ermordung von US-Soldaten in Somalia 1991. Doch die Täter hätten "die falsche Lehre gezogen".
Für die Anschläge in Irak machte der US-Präsident sowohl irakische Anhänger des entmachteten Staatschefs Saddam Hussein als auch Ausländer verantwortlich, die in den Irak kämmen, um "Angst und Chaos" zu verbreiten. Doch die Angreifer würden scheitern, weil die Alliierten eine "funktionierende Strategie" hätten.
US-Soldaten hätten bereits mehr als hundert ehemalige Angehörige der irakischen Führung gefasst, Waffenverstecke ausgehoben und Hunderttausende Dollar beschlagnahmt, die zur Finanzierung von Anschlägen bestimmt gewesen seien, sagte Bush. Die USA bildeten eine wachsende Zahl Iraker "für die Verteidigung ihrer Nation" aus und setzten einen "speziellen Plan" zur Übertragung der Souveränität an das irakische Volk um.
Zwei US-Soldaten in Mosul getötet
Am Samstag sind bei einer Bombenexplosion erneut mindestens zwei US-Soldaten getötet worden. Zwei weitere wurden nach Armeeangaben bei dem Anschlag in der nordirakischen Stadt Mosul verwundet. Nahe Tikrit wurde eine Ölpipeline in Brand gesetzt. Augenzeugen berichteten, dem Feuer sei eine Explosion vorausgegangen.
122 tote US-Soldaten seit Kriegsende
Die US-Soldaten in Mosul seien in zwei Fahrzeugen unterwegs gewesen, als der Sprengsatz explodierte, berichtete ein irakischer Polizist. Zunächst war von einer Landmine die Rede gewesen. Die beiden Fahrer seien getötet, ihre Beifahrer schwer verletzt worden. Damit stieg die Zahl der getöteten US-Soldaten auf 122, seit US-Präsident Bush am 1. Mai das Ende der Hauptkampfhandlungen verkündet hatte. Während des Krieges waren seit dem 20. März 114 US-Soldaten ums Leben gekommen.
"Tag des Widerstands"
Auf Flugblättern in Bagdad wurde zu einem "Tag des Widerstands" und zu einem dreitägigen Generalstreik aufgerufen. Als Urheber der Flugblätter gelten versprengte Funktionäre der Baath-Partei des gestürzten Staatschefs Saddam Hussein. In einer Erklärung zum Freitagsgebeet bezeichnete eine Vereinigung islamischer Geistlicher jede Unterstützung der Amerikaner als Verrat an der Religion.
Vielen blieben aus Angst zu Hause
Aus Angst vor Anschlägen behielten viele Eltern in Bagdad ihre Kinder zu Hause. In einer Bubenschule erschienen nach Angaben des Rektorats nur 80 von 500 Schülern zum Unterricht, in einer Grundschule für Mädchen nur 23 von 700. Dort seien auch mehr als die Hälfte der Lehrer zu Hause geblieben. Auf den Straßen war weniger Verkehr als gewöhnlich, die meisten Geschäfte hatten jedoch geöffnet. Zahlreiche Polizeikontrollen verursachten lange Staus.
14 Iraker bei Gefechten getötet
Die für 14 Iraker tödlichen Kämpfe vor Bagdad, bei denen auch Panzer und Flugzeuge eingesetzt wurden, hätten rund siebeneinhalb Stunden gedauert, berichtete CNN. Fünf weitere Iraker seien verletzt worden. Die Koalitionstruppen hätten bei diesen Auseinandersetzungen keine Verluste erlitten, hieß es unter Berufung auf die Koalitionsstreitkräfte.
Demonstranten mit Saddam-Porträts
Nach Militärangaben hatte eine Menge von 500 bis 1.000 Iraker eine Patrouille mit Steinen beworfen und Autoreifen angezündet. Die Menschen hätten gegen die Inhaftierung von Landsleuten in einem Gefängnis demonstriert, hieß es. Einige Demonstranten zeigten Porträts des gestürzten Diktators Saddam Hussein, andere Transparente mit religiösen Aussagen.
Die Situation sei eskaliert, nachdem aus der Menge heraus Granaten auf eine Polizeistation abgefeuert worden waren. Daraufhin hätten Panzer mit Luftunterstützung eingegriffen, berichtete der Sender unter Berufung auf Angaben der Koalitionsstreitkräfte weiter.
(apa)
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