Trotz Terror: UNO will sich nicht komplett aus dem Irak zurückziehen
- Annan will weiteres Vorgehen mit UNO-Mitarbeitern besprechen
- US-Experte: Jüngster Terror trägt Handschrift der El Kaida
·Neue Explosion
Propangastank in Bagdad detoniert
·Nach Terror
Rotes Kreuz & UNO ziehen Personal ab
Die Vereinten Nationen planen zurzeit keinen vollständigen Rückzug aus dem Irak, wollen aber ihre weitere Rolle in dem von US-Truppen besetzten Land überdenken. "Es ist gegenwärtig nicht unsere Absicht, uns vollständig zurückzuziehen", sagte UNO-Generalsekretär Annan. Die Vereinten Nationen würden ihr Handeln aber von den weiteren Entwicklungen abhängig machen.
Mit den Anschlägen dieser Woche sei die Entwicklung in eine neue Phase eingetreten, sagte Annan. Er wolle daher zunächst mit den UNO-Mitarbeitern über das weitere Vorgehen sprechen. Diese Beratungen sollen wahrscheinlich auf Zypern stattfinden.
In Washington erklärte ein Terrorismus-Experte der US-Regierung, die jüngsten Anschläge in Bagdad trügen Merkmale des Terrornetzwerks El Kaida. Bei den Bombenanschlägen seien Fahrzeuge verwendet worden, die mit jeweils 450 Kilogramm Plastiksprengstoff präpariert worden seien. Bei den Anschlägen davor seien die Täter weniger planmäßig und mit einfacheren Mitteln vorgegangen.
US-Sicherheitsberaterin Rice hat unterdessen Länder wie Deutschland und Frankreich aufgefordert, ihre "Verweigerungshaltung" beim Wiederaufbau des Irak aufzugeben. "Wie lange noch soll die Zukunft des irakischen Volks als Geisel herhalten für die Meinungsverschiedenheiten, die wir möglicherweise einmal hatten", sagte die Sicherheitsberaterin von US-Präsident Bush in New York.
Bei der Geberkonferenz in Madrid hatten Deutschland, Frankreich und Russland es abgelehnt, sich mit eigenen Beiträgen am Wiederaufbau des Irak zu beteiligen. Gleichzeitig aber beteiligen sich Paris und Frankreich an der EU-Aufbauhilfe für den Irak.
Als Reaktion auf die jüngsten Anschlagsserien wollen die USA den Aufbau der irakischen Sicherheitskräfte weiter beschleunigen. US- Verteidigungsminister Rumsfeld sagte, mit Hilfe der vom Kongress bewilligten Gelder in Höhe von 18,4 Milliarden Dollar könnten alle irakischen Sicherheitsbereiche rascher als bisher ausgebaut werden.
(apa)
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