Donnerstag, 30. Oktober 2003

Hoffnung für Kalifornien: Brände weiter eingedämmt

  • Dank Regen und Schneefall entspannt sich die Lage
  • Kritik an Bush: Geld zum Schutz der Wälder wurde verweigert

Die schlimmsten Brände in der Geschichte Kaliforniens sind am Samstag weiter eingedämmt worden. Unterstützt wurde die Arbeit der 14.000 Feuerwehrleute dabei durch Regen und leichten Schneefall. Unterdessen übten Abgeordnete in Kalifornien Kritik an der Regierung von Präsident Bush, weil sie angeforderte Gelder zum Schutz der Wälder verweigert hatte. Bush wollte am Dienstag Kalifornien besuchen.

Das Weiße Haus kündigte am Freitag an, dass Präsident Bush die betroffenen Gebiete in Südkalifornien besuchen wolle. Je nach Entwicklung der Feuersituation könnte der Präsident bereits am Dienstag an die Westküste reisen, kündigte sein Sprecher an. Die "Los Angeles Times" berichtete am Samstag, dass Bush dabei auch mit scharfer Kritik rechnen muss.

Kongressabgeordnete in Kalifornien werfen ihm demnach vor, dass seine Regierung nach monatelangen Beratungen ein Hilfsersuchen des noch amtierenden Gouverneurs Gray Davis zum Schutz der Wälder abgelehnt hatte. Davis hatte 430 Millionen Dollar (371 Millionen Euro) beantragt, um die Feuer gefährdeten Gebiete in Südkalifornien von kranken und vertrockneten Bäumen und Büschen zu befreien.

Der Antrag wurde schließlich am 24. Oktober abgelehnt - nur Stunden bevor die Brände in Kalifornien außer Kontrolle gerieten, berichtete die "Los Angeles Times". Die republikanische Abgeordnete Mary Bono kritisierte die Entscheidung mit harschen Worten. Sie sei völlig falsch gewesen. "Wir wussten ganz sicher, dass diese Katastrophe passieren würde. Es war nur eine Frage der Zeit und wir versuchten, dagegen anzukämpfen, indem wir die toten Bäume entfernen wollten."

Die Witwe von Popstar Sonny Bono warf der Regierung auch vor, die Entscheidung so lange verzögert zu haben, dass Davis keine Zeit mehr gehabt habe, dagegen Einspruch zu erheben. (apa/red)

30.10.2003 20:22