Neuer Parteichef: Howard Vorsitzender der Tories
- Ex-Innenminister löst den glücklosen Iain Duncan ab

Mit Ex-Innenminister Michael Howard an der Spitze wollen die britischen Konservativen die Vormacht der Labour- Regierung brechen. Howard wurde am Donnerstag zum neuen Parteichef der Tories nominiert und anschließend bestätigt. Er löst den glücklosen Parteichef Iain Duncan Smith ab, der Ende Oktober durch ein Misstrauensvotum seiner Kollegen zum Rücktritt gezwungen wurde.
In seiner Antrittsrede rief der 62-Jährige seine Partei zu einer geschlossenen Kampagne auf, um die Regierung von Premierminister Blair abzulösen. "Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir als Team zusammenarbeiten", sagte Howard. "Wir müssen die Werte gegenseitiger Unterstützung und Freundschaft wiederentdecken." Die Herausforderung an die Partei bestehe darin, eine glaubwürdige und attraktive Alternative für die Wähler zu schaffen, betonte der neue Parteichef.
Die Tories setzen mit ihm nach der Abwahl des glücklosen Duncan Smith auf einen personellen Neuanfang. Trotz der Kritik an der Irak- Politik von Blairs Regierung liegt die Partei in Umfragen noch immer hinter der Labour Party, gegen die sie die beiden letzten Wahlen verlor. Die nächste Parlamentswahl muss spätestens im Sommer 2006 stattfinden.
Howard hat bereits erklärt, er wolle die Partei wieder auf den politischen Kurs der früheren Premierministerin Thatcher bringen. Wie seine politische Ziehmutter ist der in Wales geborene Sohn jüdischer Einwanderer aus Rumänien ein entschiedener Verfechter der freien Marktwirtschaft und gilt als Euro-Skeptiker, obwohl er seine harte Linie in letzter Zeit etwas abgemildert hat. Unter Thatchers Nachfolger John Major war er von 1993 bis 1997 Innenminister und profilierte sich damals als "Law-and-Order"-Mann. (apa)
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