Terror-Bilanz: Mindestens 42 Tote am Montag im Irak!
- Powell: Wenn Rotes Kreuz abzieht, haben Terroristen gewonnen
- Pressestimmen: USA bieten im Irak ein "Bild der Impotenz"
·Pressestimmen
USA bieten im Irak "Bild der Impotenz"
·Bush & Co.
USA halten an
Irak-Kurs fest
·US-Minister
Bagdad: Attentat- Versuch gescheitert
·Gegen Krieg
100.000 bei Demos in US-Metropolen
·Irak-Konferenz
30 Mrd. Euro zum Wiederaufbau
Blutig hat der Ramadan am Montag im Irak begonnen. Mindestens 42 Personen wurden bei Terror-Anschlägen auf Polizeistationen und die Zentrale des Roten Kreuzes in Bagdad getötet. Bei insgesamt fünf Selbstmordanschlägen binnen 45 Minuten wurden weiters 216 Menschen verletzt. Laut US-Armee sind die Hintermänner möglicherweise Ausländer. US-Präsident George W. Bush kündigte an, die USA würden an ihrem bisherigen Irak-Kurs festhalten (siehe Kasten rechts). Und US-Außenminister Powell meinte: "Wenn die Hilfsorganisationen aus dem Irak abziehen, haben die Terroristen gewonnen".
Die meisten Todesopfer sind irakische Zivilisten oder Polizisten. Nach Angaben der US-Armee wurde auch mindestens ein US-Soldat bei einem der Anschläge getötet. Beim Anschlag auf die IKRK-Zentrale seien auch mehrere Europäer verletzt worden, sagte der irakische Vize-Innenminister Ahmed Ibrahim. Ibrahim sprach zunächst von 34 Getöteten und mehr als 220 Verletzten; die neun wichtigsten Krankenhäuser der irakischen Hauptstadt meldeten später 42 Todesopfer und 216 Verletzte.
8.30 Uhr: Anschlag gegen Rotes Kreuz
Nach Angaben von US-Brigadegeneral Mark Hertling gab es am Morgen zum Auftakt des moslemischen Fastenmonats Ramadan insgesamt fünf Explosionen in Bagdad. Gegen 8.30 Uhr Ortszeit (6.30 Uhr MEZ) raste ein irakischer Krankenwagen gegen einen Betonpfeiler vor dem IKRK-Hauptquartier, explodierte und setzte weitere Autos in Brand, wie ein IKRK-Wachmann berichtete.
Weitere Ziele: Polizeistationen
Die vier weiteren Anschläge, die ebenfalls mit Sprengstoff-beladenen Fahrzeugen verübt wurden, galten der US-Armee zufolge irakischen Polizeistationen. Die Polizeiwache in El Khadra habe dabei in der vergangenen Woche eine eindeutige schriftliche Drohung erhalten, teilte ein Beamter mit. Beim Versuch eines fünften Attentats auf eine Polizeiwache in Jadriya wurde nach Angaben von Vize-Innenminister Ibrahim der syrische Fahrer eines heranrasenden, mit Sprengstoff beladenen Wagens von Polizisten gestoppt, ehe er seine Bombe zünden konnte.
Attentäter vermutlich keine Iraker
Nach den Worten von US-Brigadegeneral Hertling könnten die Anschläge "das Werk von ausländischen Kämpfern" sein. Bei den Attentätern handele es sich offenbar nicht um Personen, "die wir aus den Kreisen von Anhängern des ehemaligen Regimes kennen". Britischen Experten zufolge kennzeichnen die jüngsten Anschläge "den Beginn eines klassischen Guerilla-Krieges" gegen die US-geführten Streitkräfte. Es handele sich nicht um Einzeltaten, sondern um "eine terroristische Kampagne", sagte Francis Tusa von der Fachpublikation Defence Analysis. Am Sonntag war US-Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz unversehrt einem Raketenangriff auf das Hotel "Rashid" in Bagdad entkommen.
Rotes Kreuz zieht erste Mitarbeiter ab
Das IKRK wird ab Dienstag internationale Mitarbeiter aus Bagdad abziehen, wie der IKRK-Delegationsleiter Pierre Gassmann dem ARD-Nachrichtenportal "tagesschau.de" sagte. Die Hilfe solle vor Ort mit den irakischen Mitarbeitern in geringerem Umfang fortgesetzt werden. (APA/red)
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