Topverdiener werden Hauptgewinner: Wer wenig verdient, geht 2005 leer aus
- Wer 3.000 Euro verdient, kann auf bis zu 60 Euro netto mehr hoffen
Der Finanzminister kennt kein Pardon. Selbst Kleinverdiener müssen von jedem zusätzlichen Euro, den sie verdienen, mehr als ein Drittel an den Staat abgeben. Und dabei sind die Sozialabgaben noch gar nicht eingerechnet. Ursache: Die nominellen Steuersätze von zehn, 21 und 31 Prozent stehen nämlich nur auf dem Papier. Durch ein System von Absetz- und Einschleifregeln ist der tatsächliche Grenzsteuersatz wesentlich höher. So wird die Steuerschraube nach einer Nullzone schon ab etwa 8.000 Euro im Jahr scharf angezogen.
Daran ändert sich durch die kleine Steuerreform 2004 wenig, die Einkommen bis rund 1.000 Euro brutto im Monat steuerfrei stellt. Ab 1.036 Euro brutto schießt der Grenzsteuersatz dann bereits auf 38,5 Prozent, geht dann ab 1.544 Euro auf 35 Prozent zurück, um ab 2.234 Euro wieder auf 45,5 Prozent zu steigen. Jenseits von 3.596 Euro sinkt die Belastung nach Berechnungen der Lohn- Software-Firma CPU wieder auf 41 Prozent, um ab 4.875 Euro auf den Höchstsatz von 50 Prozent zu klettern.
Wer seine Steuerlast nachrechnen will, findet unter www.cpuinformatik.at Gratis-Onlinerechner. Die individuelle Steuerberechnung für 2005 ist naturgemäß mit Unsicherheitsfaktoren verbunden. FORMAT hat einige Modellrechnungen über mögliche Konsequenzen angestellt:
Kleinverdiener, die nicht mehr als 1.000 Euro brutto im Monat verdienen, gehen in der Steuerreform 2005 leer aus, weil spätestens ab 2004 ohnehin keine Lohn- oder Einkommensteuer anfällt.
Fazit: Steuerreform 2005 kann keine Entlastung bringen.
Ein österreichisches Durchschnittseinkommen wird derzeit mit einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent belastet. Sollte der ohnehin fiktive Eingangssteuersatz von zehn Prozent gestrichen werden, hat das praktisch keine Wirkung, wenn nicht gleichzeitig die Absetzbeträge erhöht werden.
Fazit: Die Entlastung wird minimal ausfallen und macht ein paar Euro im Monat aus.
3.000 Euro
Wer in die Nähe der Höchstbeitragsgrundlage der Sozialversicherung vorgestoßen ist, soll laut den politischen Vorgaben deutlich entlastet werden im Gespräch sind bis zu 800 Euro im Jahr. Dies könnte in der Praxis dadurch geschehen, dass der Sprung auf den Grenzsteuersatz von 45,5 Prozent derzeit bei 2.234 Euro Monatsbrutto deutlich später erfolgt.
Fazit: Leistungsträger können auf bis zu 60 Euro netto mehr pro Monat hoffen.
8.000 Euro
Topverdiener können von der Senkung des Spitzensteuersatzes enorm profitieren. Sinkt der Spitzensteuersatz auf 42 Prozent, bringt das im Monat bei 8.000 Euro brutto mindestens 250 Euro netto mehr. Und wer 20.000 Euro brutto verdient, kann pro Monat rund 1.500 Euro mehr ausgeben.
Fazit: Einige wenige werden bei der Steuerreform das große Los ziehen.
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