Donnerstag, 30. Oktober 2003

Neuer Seitenhieb: Klestil kann Kritik an VP nicht lassen

  • "Steirisches Klima" wäre ein Vorbild für die Bundespolitik
  • Anlass: Verleihung des Ehrenzeichens für Schachner-Blazizek

Bundespräsident Thomas Klestil kann's nicht lassen! Bei der Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich an den früheren steirischen Landeshauptmann-Stellvertreter Peter Schachner-Blazizek (SP) konnte er sich einen erneuten Seitenhieb auf Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (VP) und sein Team nicht verkneifen: Das "steirische Klima" in der Landespolitik sollte als Vorbild für die Bundespolitik gelten.

Klestil verwies in seiner Rede wörtlich auf die gute politische Zusammenarbeit, den permanenten Dialog und das daraus resultierende "steirische Klima". "Wenn daher auf Landesebene zwischen den großen politischen Gruppen Zusammenarbeit so schöpferisch sein kann, so ist sie sicherlich auch auf Bundesebene möglich. Eines steht in jedem Fall fest: Zusammenarbeit hat in der Politik noch nie geschadet. Und im politischen Wettbewerb muss es immer möglich sein, einander die Hände zu geben und dabei ins Gesicht zu sehen."

Peter Schachner-Blazizek (geb. am 20. Oktober 1942), Sohn von Alfred Schachner-Blazizek, der ebenfalls Landeshauptmann-Stellvertreter in der Steiermark war, wechselte 1990 vom Vorstand der Grazer Stadtwerke AG an die Spitze der steirischen Sozialdemokraten. Der Rechts- und Staatswissenschaftler gestaltete zwölf Jahre lang die steirische Landespolitik entscheidend mit, ehe er im März 2002 resignierte. Danach nahm er seine Tätigkeit als Universitätsprofessor für Finanzwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität wieder auf. (APA/red)

30.10.2003 10:17