Pflege-Skandal: Pittermann-Einvernahme verschoben
- Gesunheitsstadträtin findet Vertagung auf 13.11. "bedauerlich"
- Lainzer Ex-Pflegedirektor von "sicherer Betreuung" überzeugt
Die Befragung des Pflegedirektors Günther Pelikan dauerte insgesamt mehr als vier Stunden dauerte. Deshalb wurde die Einvernahme von Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann (S) vor der gemeinderätlichen Untersuchungskommission auf den 13. November verschoben. Das fand Pittermann "bedauerlich". Sie habe sich für den Termin vorbereitet und den Vormittag freigehalten.
Hinsichtlich der während der Sitzung laut gewordenen Vorwürfe gegen Pelikan wollte sie sich nicht äußern, da sie der Einvernahme nicht beigewohnt habe und auch über kein Protokoll verfüge. Die Verantwortung für allfällige Missstände sah sie jedoch klar beim Pflegedirektor. "Es gibt natürlich eine Verantwortung, die in diesem Fall der Pflegedirektor zu tragen hat."
Für den Personalmangel im GZW, den Pelikan beklagt hatte, sah sie sich nicht zuständig. Die Verantwortung dafür trage der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV). "Das ist überhaupt nicht meine Aufgabe", betonte Pittermann.
Pelikan sah keine groben Mängel
Keine groben Mängel in der Betreuung sah der ehemalige Pflegedirektor des Geriatriezentrums "Am Wienerwald" (GZW), Günther Pelikan, bei seiner Einvernahme vor dem Wiener Pflege-U-Ausschuss im Rathaus. Eine ausreichende Betreuung sei durch personelle Maßnahmen im GZW gewährleistet gewesen. Kritik übte er an den Aussagen der Prüfungsleiterin der MA 47, Johanna Ehmsen-Höhnl, die ihn vor der Kommission belastet hatte.
Pelikan, der von 28. März 2001 bis zum 30. Juli heurigen Jahres in der Pflegeeinrichtung in Lainz tätig war, verteidigte seine Führungsweise: Durch Maßnahmen wie die Kürzung von unbezahlten Urlauben, Dienstfreistellungen und Fortbildungen habe er dem Personalmangel im GZW entgegengewirkt. Insgesamt seien 70 Dienstposten unbesetzt geblieben. Damit habe er auf einen entsprechenden offenen Brief der Personalvertreter, der im März 2003 an ihn ergangen war, reagiert.
Keine Hilfe von Pittermann
Er habe auch Pittermann eine Darstellung der Mitarbeitersituation übermittelt. Dies habe jedoch nicht verhindert, dass weitere Mitarbeiter an das Geriatriezentrum Süd abgewandert seien. Die Zahl von 70 freien Planstellen habe er gerade noch halten können.
Die Vorwürfe Ehmsen-Höhnls, er habe auf Vorhaltungen im Rahmen einer Kontrolle mit Desinteresse reagiert, wies er zurück. Die Prüfungsleiterin sei bei ihrer Visite nicht auf die im GZW vorgesehenen Standards und Vorschriften eingegangen. Vielmehr habe sie darauf bestanden, die Umstände "so zu sehen, wie sie es gerne hätte". Hinsichtlich der ebenfalls bekrittelten schlecht geführten Pflegedokumentation gestand er zwar zu, diese seien nicht einwandfrei geführt worden. Es sei aber davon auszugehen, dass das Stationspersonal mehr Leistungen erbracht habe, als festgehalten wurden. (APA/red)
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