Klestil und Schüssel: Erstes Wiedersehen nach dem Streit
- Klestil bei Angelobung von neuen LHs: "Servus Wolfgang!"
- Grüne amüsieren sich über "Operettenrepublik" Österreich
·Dicke Luft!
Schüssel: "Politik ist kein Heizstrahler"
·Heeres-Schau
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Es scheint wieder Frieden eingekehrt zu sein am Ballhausplatz. Nachdem sich Bundespräsident Thomas Klestil und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (VP) in den vergangenen Tagen einige Unfreundlichkeiten ausgerichtet haben (siehe Kasten rechts), gab man sich am Dienstag wieder betont freundschaftlich. Klestil begrüßte den VP-Chef mit einem herzlichen "Servus Wolfgang". Spott und Häme kam von Rot und Grün. Letztere amüsieren sich über die "Operettenrepublik" Österreich.
Die Unfreundlichkeiten, die in den vergangenen Tagen das Klima zwischen den Ballhausplatz-Anrainern Klestil und Schüssel bestimmt hatten, waren bei der Angelobung der neuen, alten LHs Josef Pühringer und Herwig van Staa (beide VP) kein Thema. Die beiden Landeshauptleute kamen in Begleitung von Kanzler und Vizekanzler, es folgte eine kurze Besprechung in Klestils Arbeitszimmer. Nach dem Gelöbnis, der Unterschrift unter die Ernennungsurkunde und dem Händedruck des Bundespräsidenten mit den Landeshauptleuten bat Klestil zu einem Glas Sekt. Ausdrücklich eingeladen hat er dazu auch Schüssel.
Österreich, die "Operettenrepublik"
Die Grünen halten sich bei der Beurteilung des jüngsten Schlagabtauschs zwischen Bundespräsident Thomas Klestil und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zurück. Auf Anfrage der APA erklärte Budgetsprecher Werner Kogler lediglich, "die bemühen sich anständig, den Ruf Österreichs als Operettenrepublik zu festigen". Inhaltlich wollten sich die Grünen zur Auseinandersetzung nicht näher äußern.
SPÖ verteidigt Klestil
Der geschäftsführende SP-Klubobmann Josef Cap kritisiert die "Kampagne der ÖVP gegen den Bundespräsidenten". Offenbar solle Thomas Klestil ein "Maulkorb" umgebunden werden. Die Volkspartei wolle sichtlich "eine Staatsnotarin oder einen Staatsnotar" in diesem Amt, die oder der lediglich unterschreibe was von der Regierung komme und ab und zu ein lobendes Wort finde, meinte Cap bei einer Pressekonferenz am Dienstag.
Molterer-Kritik an Klestil
Zuletzt hatte ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer seine Kritik an Klestil bekräftigt. Es sei eben auch wichtig, dass "Funktionsträger im Staat die Aufgabe haben, unangenehme Wahrheiten zu sagen. Falsch ist es, wenn wir meinen, mit Besitzständen der Vergangenheit die Zukunft gewinnen zu wollen". (APA/red)
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