Donnerstag, 23. Oktober 2003

EU-Kommission schlägt befristeten Führerschein vor

  • Fälschungssicher, aus Plastik und im Kreditkartenformat
  • "Punkteführerschein": In Österreich schon ab 2005?

Die EU will den Führerschein grundlegend reformieren. Statt der zur Zeit 80 (!) verschiedenen Versionen will die EU-Kommission eine einheitliche Version - fälschungssicher, aus Plastik und im Kreditkartenformat. Außerdem sollen neue Führerscheine nur mehr befristet vergeben werden. Durch die Erneuerung des Ausweises mit dem Foto werde die Möglichkeit für Betrug eingeschränkt, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Über den Vorschlag müssen nun EU-Mitgliedsländer und EU-Parlament entscheiden.

Alte Führerscheine blieben unverändert auf Lebenszeit gültig. Wer allerdings seinen "rosa Schein" verliert oder stehlen lässt, hat Pech gehabt: Er bekäme einen neuen Führerschein, der dann befristet wäre. Motorrad und Pkw-Führerscheine sollen laut Vorschlag zehn Jahre gelten, ab einem Alter von 65 Jahren nur mehr fünf Jahre.

Ärztliche Prüfungen, auch Sehtests, werden beim Umtausch von der EU nicht vorgeschrieben, Mitgliedsländer können dies aber auf eigenen Wunsch einführen. Es soll auch verhindert werden, dass EU-Bürger, denen der Führerschein entzogen wurde, in einem anderen Mitgliedsland eine neue Fahrgenehmigung beantragen.

Die EU-Kommission schlägt auch sonst weit reichende Änderungen vor. So soll erst eine theoretische Prüfung das Fahren mit dem Moped erlauben, wobei als Mindestalter 16 gilt, für den nationalen Gebrauch (im Land der ausstellenden Behörde) könnte das Fahren mit Mopeds ab 14 erlaubt sein. Für Anhänger über 750 kg, auch wenn sie von Pkw gezogen werden, wird der E-Führerschein vorgeschrieben. Damit würde für "die meisten" Wohnwagen der E-Führerschein nötig. Wer bereits ab 18 den Führerschein für leichte Motorräder hatte, kann mit 21 die Führerscheinprüfung für schwere Maschinen ablegen. Ohne diese Vorerfahrung dürfte er erst ab 24 ein Motorrad lenken. Außerdem sollen für Fahrlehrer einheitliche Mindestanforderungen gelten.

60 Prozent der EU-Bevölkerung oder 200 Mio. Menschen halten einen Führerschein, so die EU-Kommission. Auf Grund der unterschiedlichen Bestimmungen komme es derzeit zur Rechtsunsicherheit, wenn EU-Bürger zwischen Mitgliedsländern umziehen. (APA/Red.)

23.10.2003 11:06