Samstag, 25. Oktober 2003

Russland: Öl-Magnat Chodorkowski wird angeklagt

  • Begründung: Yukos-Chef wäre Vorladung nicht nachgekommen

Der wegen massiven Betrugs und Steuerhinterziehung angeklagte Chef des russischen Ölriesen Jukos, Michail Chodorkowski, muss ins Gefängnis. Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax am Samstagabend berichtete, entschied ein Gericht in Moskau, den am Morgen festgenommenen Ölmagnaten zu inhaftieren.

Bewaffnete Beamte des Geheimdienstes FSB hatten den 40-jährigen Chodorkowski, der mit einem geschätzten Vermögen von 6,9 Milliarden Euro als der reichste Mann Russlands gilt, am Morgen in der sibirischen Stadt Nowosibirsk festgenommen. Er und sein Berater sollen den russischen Staat um mehr als eine Milliarde Dollar betrogen haben.

Chodorkowski selbst sieht sich nach früheren eigenen Angaben als Leidtragender eines Kampfes um Macht und Einfluss mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, da er vor den Parlamentsahlen im Dezember politische Gegner Putins finanziell unterstützt habe.

Auch nach Einschätzung von Beobachtern wird gegen Yukos und seine Führungsmannschaft im Zusammenhang mit Chodorkowskis politischem Engagement ermittelt. Der Konzernchef unterstützt unter anderem die oppositionelle liberale Jabloko-Partei. Yukos fusioniert derzeit mit dem russischen Konkurrenten Sibneft zum viertgrößten Ölkonzern weltweit. Russland ist nach Saudi-Arabien das zweitgrößte Ölförderland der Welt und gilt als Zukunftsmarkt. (APA)

25.10.2003 10:39