Freitag, 24. Oktober 2003

ÖBB-Überstundenboykott: Weiter keine Zugausfälle

  • Auch am Sonntag keine Beeinträchtigungen
  • Am Freitag fielen in der Steiermark Frühzüge aus

Die Proteste der ÖBB-Bediensteten haben nach übereinstimmenden Angaben der Bahn und der Gewerkschaft auch am Samstag zu keinen Zugausfällen geführt. Alle Züge seien bisher planmäßig unterwegs, sagte ÖBB-Sprecher Rinofner, er rechne auch für Sonntag mit keinen Beeinträchtigungen.

Auch Gewerkschaftssprecher Kratzer meinte, er "nehme es an", dass sich die Situation bis Sonntag nicht ändern werde. Für die kommende Woche wolle er jedoch "nichts ausschließen".

Zugausfälle in der Steiermark
In der Steiermark ist es am Freitagmorgen sowie in der Nacht zu Ausfällen von Zügen wegen des Überstundenboykotts der ÖBB-Angestellten gekommen, so der steirische Landessekretär der Eisenbahnergewerkschaft, Fritz Ploner, zur APA. Zusätzlich demonstrierten rund 80 Eisenbahner vor dem Grazer Landhaus zu Beginn des "Steiermark-Tages" der Bundesregierung gegen die geplante ÖBB-Reform. Die Unternehmensführung der ÖBB hat allerdings dementiert, dass es wegen des laufenden Überstundenboykotts zu Fahrplanbeeinträchtigungen gekommen sei.

Drei Personenzüge von Graz nach Wien und Budapest hatten zwischen 30 und 60 Minuten Verspätung, in der Nacht auf Freitag fielen rund 20 Güterzüge aus oder wurden später abgefertigt. Die Morgenzüge von Graz nach Wien bzw. über die Ostbahn nach Budapest fuhren rund eine Stunde verspätet ab. Ein Regionalzug von Spielfeld in der Südsteiermark nach Graz fuhr am frühen Morgen überhaupt nicht ab.

Mit einer Zunahme der Zugs-Ausfälle wird aber eher nicht gerechnet. Durch den Streik der italienischen Eisenbahner fielen weniger Zuggarnituren von und nach Italien an, das mache personelle Kapazitäten frei, so Ploner. Der frühe Wintereinbruch in der Steiermark hätte hingegen kaum für Behinderungen gesorgt. Im Oberland hätten die Weichenheizungen funktioniert, lediglich die Strecke von Graz nach Gleisdorf war bei Laßnitzthal für einige Zeit "aus Sicherheitsgründen" gesperrt, so eine ÖBB-Sprecherin.

Bei einer Demonstration in Graz führten rund 80 Eisenbahner einen "Trauerzug" in die Landhausgasse, wo sie die ins Landtagsgebäude eilenden Mitglieder der Bundesregierung mit Infomaterial, Trillerpfeifen und einem "Modellzug in einem Sarg" erwarteten. "Verkehrsminister Hubert Gorbach hat uns schon bei unserer Demo bei der Eröffnung des Leobener Hauptbahnhofs keines Blickes gewürdigt, heute ist er überhaupt nicht da", klagte Landessekretär Ploner.

(apa)

24.10.2003 10:54