Donnerstag, 23. Oktober 2003

ÖBB-Vorstand: Start für Mitarbeiter-Kampagne für Bahnreform

  • Lokführer sollen von Reform überzeugt werden
  • Keine Zugausfälle am Wochenende erwartet

Der ÖBB-Vorstand startet heute eine "Mitarbeiterkampagne". In kurzfristig einberufenen Informationsveranstaltungen will der Vorstand die Bahn-Beschäftigten "über den Stand der Reform aufklären und Fragen beantworten". Es gehe darum, mit den Mitarbeitern direkt ins Gespräch zu kommen und ihnen dadurch die "Verunsicherung und Angst vor den Veränderungen zu nehmen".

Den Auftakt macht heute ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde vor rund 200 Lokführern und Werkstättenmitarbeitern in Wien Simmering. Am 27. Oktober soll Finanzvorstand Erich Söllinger die Lokführer in Florisdorf informieren, am 29. Oktober ist Absatz-Chef Ferdinand Schmidt bei den Lokführern in Linz und Salzburg und am 31. Oktober Söllinger bei den Lokführern am Westbahnhof.

Dass auf diese Weise die strategische wichtige Berufsgruppe der Lokführer vom laufenden Überstundenboykott abgehalten und damit Ausfälle verhindert werden sollen, will die Unternehmensleitung nicht so interpretiert sehen. Die Lokführer seien "eine wichtige Gruppe", die Verunsicherung scheine unter dieser Gruppe am größten zu sein. Deshalb spreche der Vorstand zuerst mit den Traktions-Mitarbeitern. Grundsätzlich seien aber Besuche in allen Bereichen geplant.

Laut dem Sprecher würden ohnehin nach wie vor alle eingeplanten Überstunden geleistet. "Würden tatsächlich vier Fünftel aller Mitarbeiter Überstunden verweigern, wäre es schon zu Ausfällen gekommen".

Weiter keine Behinderungen durch Boykott
Nach Auskunft der Unternehmensleitung ist in den nächsten Tagen weiterhin weder im Personen- noch im Güterverkehr mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Am Wochenende werden die ÖBB damit nach derzeitigem Stand im "Planbetrieb" verkehren.
(apa, red)

23.10.2003 18:20