Donnerstag, 23. Oktober 2003

Nein zu 5 Jahre länger arbeiten: Generalstreik in Italien

  • Millionen gingen wegen Berlusconis geplanter Rentenreform nicht arbeiten
  • Streiks bei Bahn & Flugverkehr: Erhebliche Behinderungen

Fünf Jahre länger arbeiten - das ist der Plan rechtsgerichteten Regierung unter Silvio Berlusconi. Doch Italien sagt Nein! Am Freitag hat ein vierstündiger Generalstreik vor allem den Bahn- und Flugverkehr erheblich behindert. Schulen, Postämter, Spitäler und die öffentliche Verwaltung wurden ebenfalls bestreikt. Die Auswirkungen auf Österreich hielten sich in Grenzen.

Bei den Fernzügen fuhr nur jede zweite planmäßige Bahn. Die nationale Fluglinie Alitalia musste 155 Verbindungen streichen. Davon waren 24.000 Passagiere betroffen. Der Ausstand, den die drei größten Gewerkschaften als "Generalstreik" bezeichneten, richtete sich gegen die geplante Pensionsreform der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi. In Bologna, Neapel und anderen Städten gab es Demonstrationen.

Geringe Auswirkungen auf Österreich
In Österreich kam es nur zu geringen Ausfällen. Bei den Bahnen fuhren zwei Zugpaare nur bis bzw. ab Innsbruck. Ausfallen sind der EC81, EC82, EC88 und EC89. Auf der Südbahn gab es keine Ausfälle.

Keine Post, keine Schule
Betroffen war von der Aktion aber vor allem der öffentliche Dienst. Auch Postbedienstete legten für vier Stunden die Arbeit nieder, Lehrer blieben den ganzen Tag zu Hause. Dagegen lief der Ausstand im öffentlichen Nahverkehr erst an, als die meisten Menschen schon zur Arbeit gefahren waren.

In Krankenhäusern gab es Notdienste. Ähnliche Aktionen gab es schon im vergangenen Jahr, auch dabei kam es nicht zum "völligen Stillstand" des Landes. Die Pensionsreform sieht vor, dass Italiener künftig erst mit 65 Jahren in Pension gehen können - bisher gehen die Italiener im Durchschnitt viel früher in Pension. (apa/red)

23.10.2003 16:22