Böhler-Privatisierung: Entscheidung auf 11. 11. verschoben
- Billa-Boss Veit Schalle für EU-weite Ausschreibung
- Schalle-Gruppe feilt bereits an Konkretisierung ihres Offerts
·Böhler-Verkauf
Billa-Boss legt Angebot für 25%!
Am Dienstag, 11.11., nimmt der ÖIAG-Aufsichtsrat einen neuen Anlauf für eine Entscheidung zur endgültigen Form des Verkaufs des 25-prozentigen Staatsanteils an Böhler-Uddeholm. Die Sitzung ist für 11. November, 19.00 Uhr, anberaumt.
Wie berichtet hatte das Kontrollgremium der Staatsholding eine Privatisierungsentscheidung zu Böhler-Uddeholm (Börsengang oder Verkauf an Finanzinvestoren) verschoben.
Grund: Das vergangenen Freitag eingelangte Offert der österreichischen Interessentengruppe Austria Industrie Management (AIM) um den später als ÖIAG-Aufsichtsrat zurück getretenen Rewe Austria-Chef Veit Schalle wurde als nicht ausreichend befunden.
Mit einem einstimmigem Beschluss hatte der Aufsichtsrat den ÖIAG-Vorstand beauftragt, so rasch wie möglich eine Anfrage an die Gruppe zu richten und konkretere Unterlagen zu dem Angebot einzuholen.
Der AIM ist die Anfrage der ÖIAG nach Konkretisierung des Offerts, dem angeblich Angebotspreis und Bankgarantien fehlen sollen, noch im gestrigen Tagesverlauf zugegangen. "An einer Antwort wird bereits gearbeitet", sagte AIM-Sprecher Manfred Waldenmair.
Zu Details des Angebots wollte Waldenmair keine Stellungnahme abgeben. Dies sei zwischen der ÖIAG und der AIM so vereinbart worden.
EU-weite Ausschreibung
Der Böhler-Uddeholm-Anteil der Staatsholding ÖIAG "wird EU-weit ausgeschrieben, und es kann jeder mitbieten". Mit diesen Worten wies Rewe Austria-Chef Veit Schalle, im ÖIAG-Aufsichtsrat und zugleich auch in der kauf-interessierten österreichischen AIM-Investorengruppe vertreten, am Dienstag Fragen nach einer Unvereinbarkeit zurück.
Schalle sprach im Fernsehen im Vorfeld der ÖIAG-Aufsichtsratssitzung von der AIM (Austria Industrie Management) als einer österreichischen Personen-Gruppe, "die Böhler-Uddeholm als österreichisches Unternehmen erhalten" wolle. "Da gehöre ich dazu."
Bei der mit Hochspannung erwarteten Sitzung wollte sich das Vorstandsduo zwei Varianten für die Restprivatisierung des Edelstahlunternehmens absegnen lassen: zum einen den Börsengang und zum anderen den außerbörslichen Verkauf an Finanzinvestoren. An Böhler hält der Staat noch 25 Prozent, zu Marktpreisen ist das Paket derzeit rund 136 Mio. Euro wert.
(APA/red)
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