Lohnrunde im Handel: Zeichen stehen auf Sturm
- Gespräche unterbrochen. GPA bereitet gewerkschaftliche Maßnahmen vor
- Neuer Anlauf am 6. November
·2,5% Erhöhung
Beamtenforderung für Finz untragbar
·Metaller-Löhne
Neuer KV: Anstieg um 2,1 Prozent
Gleich nach dem Auftakt der Kollektivvertrags-Verhandlungs-Runde für rund 350.000 Handelsangestellte und rund 100.000 Beschäftigte in verwandten Berufen stehen die Zeichen auf Konflikt. Die KV-Runde sei "unterbrochen", teilte GPA-Chefverhandler Erich Reichelt am Abend des 23. Oktober mit.
Man bereite sich auf gewerkschaftliche Maßnahmen vor, werde die Belegschaftsvertreter "mobilisieren". Die Rede ist von Betriebsversammlungen, das Wort Streik sei noch nicht gefallen.
Ursprünglich war vorgesehen gewesen, nach Donnerstag gleich weiter zu verhandeln. Das wurde nun abgeblasen. Ein neuer Anlauf soll am 6. November genommen werden, hieß es.
Die Forderungen der Dienstnehmer und die Angebote der Arbeitgeberseite klafften heute weit auseinander. Die Arbeitgeber hätten nur eine Erhöhung der KV-Gehälter um 1,05 Prozent geboten. Die Forderung der Gewerkschaft liege bei einer Anhebung der KV-Gehälter um 2,7 Prozent mit einem Mindestbetrag von 32 Euro.
Völlig verschiedene Ansätze
Die Arbeitgeber verweisen auf die schwierige Lage im Handel. Die Spielräume, "in denen wir uns bewegen, sind sicher nicht größer als in den letzten Jahren", sagte der Verhandlungsführer auf Arbeitgeber-Seite, Alois Wichtl. Zudem wünschen sich die Arbeitgeber den Wegfall des arbeitsfreien Samstags bzw. der Zuschläge ab 13 Uhr für die Handelsangestellten. Außerdem wird eine Lockerung der Kündigungsbestimmungen für länger gediente Mitarbeiter verlangt.
Die GPA hat eine völlig neue Regelung vorgeschlagen: Die Abschaffung aller Zuschläge, wenn die Arbeitgeber im Gegenzug dazu einer kräftigen Erhöhung der Mindestgehälter - die Rede ist von 10 Prozent - zustimmen würden. Immer öfter würden Handelsangestellte um die Zeitgutschriften geprellt, daher sei es besser, sie haben mehr im Börsel, so GPA-Chefverhandler Erich Reichelt. Einen neuen Anlauf will die Gewerkschaft für 1.000 Euro Mindestlohn nehmen.
(apa, red)
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