Montag, 20. Oktober 2003

Sölden: Hosp vom Krankenbett zum Start auf den Gletscher

  • Eberharter bereits in Sölden eingetroffen
  • PLUS: Maier - Vom Unfall bis zum Sieg in Kitz!

Ein Jahr, nachdem sie als 18-Jährige mit Startnummer 36 in Sölden sensationell in die Szene geplatzt war, kehrt Niki Hosp am Samstag wieder auf den Gletscherhang zurück. Auf jenen Hang, der ihr vor einem Jahr den bisher größten Triumph gebracht hat. Nach dem einzigartigen Dreifachsieg durch Hosp, Andrine Flemmen und Tina Maze hat aber nur die Österreichern in der Folge bewiesen, dass sie trotz der Vorjahres-Windlotterie keine Zufallssiegerin war. Nun ist auch der Start von Stephan Eberharter gesichert. Der Zillertaler ist bereits in Sölden eingetroffen.

Zwar hat auch die Tirolerin seitdem kein Rennen mehr gewonnen, mehrere Weltcup-Podestplätze und vor allem die zwei WM-Medaillen in St. Moritz belegen, dass Hosp zurecht die Aufsteigerin des vergangenen Skiwinters war. Während Flemmen und Maze seit Sölden keine nennenswerten Erfolge mehr aufzuweisen hatten, gilt Hosp ("Vielleicht haben sich die anderen zwei danach zu viel Druck gemacht") längst als kommende Weltcup-Gesamtsiegerin. Im kommenden Winter wird sie aber wie Marlies Schild noch "gebremst" und in den schnellen Disziplinen nur sporadisch eingesetzt.

Nach Trainingsstürzen mit Grippe im Bett
Mit ihrem Erfolg sind aber auch immer wieder kleinere Erkrankungen ins Leben der Nicole Hosp gekommen. Mit Verkühlungen und Grippe kränkelte sie sich schon durch den vergangenen Winter, im Sölden-Vorfeld muss die Bichlbacherin nicht nur zwei gefährliche Trainingsstürze hin nehmen sondern lag zuletzt auch mehrere Tage verkühlt im Bett. Deshalb verzichtete sie auch am Freitag auf ein "Abschlusstraining", ging quasi direkt aus dem Krankenbett am Samstag an den Rennstart auf dem Rettenbachferner.

Stoppuhr nimmt keine Rücksicht
"Natürlich bin ich nicht so fit, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber ich bin ja auch im vergangenen Winter trotz Verkühlungen immer gut gefahren. Und wenn ich starte, dann fahre ich auch voll. Die Stoppuhr nimmt ja auch keine Rücksicht darauf, ob ich krank oder gesund am Start stehe", gab sich Hosp abgeklärt. "Ich weiß natürlich, dass ich etwas verteidigen muss. Wichtig ist also, locker zu bleiben." Der große Unterschied zum Vorjahr: Hosp startet nun in Fischer-Skischuhen (statt der japanischen Rexxam) und - "Diesmal kennen mich halt schon vor Sölden mehr Leute!"

Auf Sölden folgt Geburtstagsfeier
Locker bleiben - das ist auch der Rat von Damenchef Herbert Mandl an Hosp, die eine Woche nach Sölden ihren 20. Geburtstag feiert. "Die Niki war ja auch vergangenes Jahr vor Sölden verkühlt. Die Grippe und die beiden Stürze sollten aber kein Problem mehr sein", gab sich Mandl zuversichtlich. Skifahrerisch kann der jungen Tirolerin derzeit im ÖSV-Team ohnehin kaum eine das Wasser reichen. In den internen Sölden-Qualifikationsläufen fuhr Hosp zwei Mal Bestzeit, eine Dritte verhinderte ein Ausfall. "Sie ist zusammen mit Dorfmeister und Meissnitzer sicher unsere Stärkste. Wenn sie fährt, was sie kann, ist ein Podium wieder drin", ist Mandl überzeugt.

Eberharter-Start in Sölden ist fix
Trotz eines leichten grippalen Infekts ist der Start von Gesamtweltcup-Sieger Stephan Eberharter am Sonntag im Riesentorlauf von Sölden bereits fix. Eberharter hatte mit 37,3 Grad Fieber zu kämpfen und ließ daher das Mittwoch-Training aus. Nach einem weiteren Ruhetag und einem Arztbesuch am Donnerstag geht es dem 34-jährigen Sölden-Titelverteidiger nun aber bereits deutlich besser.

Steff durchgecheckt
Bereits am Dienstag hatte der Olympia-Sieger und Weltmeister aus Tirol für einen Schockmoment gesorgt. Eberharter überschlug sich bei einem Trainingssturz und musste sich in Innsbruck durchchecken lassen. Diagnose: leichte Prellungen und geringe Blessuren an der Schulter. "Bei diesem Sturz hatte Steff Glück", atmete Giger durch. Dieser Zwischenfall hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf einen Start am Sonntag.

(apa/red)

20.10.2003 14:26