Italien: Streit über "Kruzifix-Verbot" in Schulen
- L'Aquila: Kreuz muss nach Gerichts-Urteil entfernt werden
- Symbole des Islam dürfen nicht in Schule aufgehängt werden
In Italien ist ein heftiger Streik um religiöse Symbole in den Schulen entflammt. Für einen Eklat sorgte ein am Samstagabend gefälltes Urteil des Gerichts der Stadt L'Aquila: Ein Richter ordnete die Entfernung des Kruzifixes von der Volksschule an, die von den Kindern des Präsidenten der Moslemischen Union Italiens, Adel Smith, besucht wird.
Smith hatte Klage gegen die Schulbehörden eingereicht, nachdem diese ihm verboten hatten, in den Klassen seiner Kinder neben dem Kruzifix Symbole des Islam aufzuhängen. Laut dem Gericht von L'Aquila widerspricht das Kruzifix in den Klassen dem Prinzip des Laizismus der italienischen Schule. Das Kreuz nähre Verwirrung in Schülern, die nicht der christlichen Religion angehören. Die italienische Schule dürfe keine Religion "bevorzugen", sondern müsse pluralistisch eingestellt sein.
Das Urteil des Richters von L'Aquila droht eine Lawine ins Rollen zu bringen. Erst vor wenigen Wochen hatte die italienische Unterrichtsministerin Letizia Moratti im römischen Parlament betont, dass in Schulklassen keine anderen religiösen Symbole als das Kruzifix erlaubt seien. "Die Regierung will in der Schule die Kultur und die Werte unseres Landes hervorheben, darunter auch die christlichen Wurzeln", hatte die Ministerin betont.
Das Urteil von L'Aquila wurde von den italienischen Moslems in Italien begrüßt. "Wir stehen vor einer historischen Niederlage der arroganten Vertreter eines institutionellen, religiösen Rassismus", betonte Smith. Er warnte vor der Gefahr eines zunehmenden katholischen "Fundamentalismus", welcher das Prinzip des laizistischen Staates zutiefst gefährde. (APA)
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