Grubenunglück in Russland: Die ersten 6 Bergleute wurden geborgen
- Männer waren leicht verletzt - widersprüchliche Angaben zu Überlebenden
- PLUS: Die Bilder vom Unglücksort!
Zwei Tage nach dem Unglück im südrussischen Kohlebergwerk Sapadnaja sind am Samstag die ersten sechs der 46 eingeschlossenen Bergarbeiter lebend befreit worden. Mit einem Nebenaufzug wurden die Kumpel am frühen Nachmittag (Ortszeit) ans Tageslicht befördert und direkt in ein Krankenhaus gebracht.
Den Verantwortlichen des Bergwerks zufolge waren auf jeden Fall 33 der insgesamt 46 Arbeiter am Leben, über das Schicksal der übrigen Kumpel gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Ein Vertreter des Werks sagte, auch sie seien am Leben. Die Männer sind in rund 800 Metern Tiefe, dem tiefsten Stollen des Bergwerks, eingeschlossen.
Zahlreiche Angehörige warteten am Ausgang des Stollens und weinten. Die Evakuierung wird nach Angaben von Arbeitern, die draußen auf die Befreiung ihrer Kollegen warteten, viele Stunden dauern: Die Fahrt des Aufzugs dauere etwa eine halbe Stunde; höchstens drei Kumpel könnten gleichzeitig befördert werden. Der Hauptaufzug war wegen eines Wassereinbruchs ausgefallen.
Rettungsmannschaften hatten am Freitag begonnen, von einer Nachbargrube horizontal einen Bergungstunnel zu den Eingeschlossenen zu graben. Auf diesem Weg hätten sie die Verschütteten erst am Sonntag erreicht.
Zum Zeitpunkt des Unfalls am Donnerstagabend arbeiteten 71 Männer unter Tage. Etwa 300 Meter über den Bergleuten brach ein Betonschutz unter dem Druck eines riesigen unterirdischen Sees ein. Die Wassermassen stürzten nach unten. Insgesamt 25 Bergleuten gelang es, sich im letzten Moment aus der Schachtanlage "Sapadnaja", etwa 1.000 Kilometer südlich von Moskau, zu retten.
"Der Wassereinbruch war gewaltig", berichtete der Bergmann Igor Kulikow dem russischen Staatsfernsehen. "Einige von uns wurden durch den Wasserdruck mitgerissen und verletzt." Bis zum Freitagnachmittag gab es keine Verbindung zu den Vermissten. Der Bergungstunnel müsse über eine Länge von 60 Metern gegraben werden.
Unfälle in russischen Bergwerken sind keine Seltenheit. In diesem Jahr starben bei solchen Unglücken nach inoffiziellen Angaben mindestens 13 Bergleute, mehr als 100 Männer wurden verletzt.
(apa)
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