Hochhäuser gesprengt: 2.000 Palästinenser evakuiert
- Aktion war Antwort auf einen Terroranschlag auf Nezarim
- Israels Armee: "Schwerpunktaktion gegen den Terrorismus"
Kann man im Nahen Osten auf diese Weise Frieden schaffen? Palästinenser verüben blutige Anschläge - und Israel revanchiert sich mit nicht weniger brutalen Aktionen. Nach einer palästinensischen Attacke gegen die jüdische Siedlung Nezarim hat die israelische Armee nun drei Hochhäuser gesprengt, 2.000 Palästinenser mussten evakuiert werden.
Die Streitkräfte bezeichneten ihren Einsatz als eine Schwerpunktaktion gegen den Terrorismus. Die erst teilweise fertig gestellten Häuser hätten zur Vorbereitung des Angriffs am Freitag gedient, bei dem drei israelische Soldaten und einer der Angreifer getötet wurden.
Palästinensischen Angaben zufolge war mindestens ein Mensch verletzt worden, als die israelischen Panzer am späten Samstagabend in den rund zwei Kilometer von Gaza-Stadt entfernten Ort eingerollt waren. Vor der Sprengung der Hochhäuser hatten die Soldaten eine nahe gelegene Polizeistation in die Luft gejagt. Dorthin soll sich einer der palästinensischen Angreifer nach dem Anschlag am Freitag geflüchtet haben. Zu dem Anschlag hatten sich die radikalen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad bekannt.
In Nablus im Westjordanland nahmen maskierte israelische Soldaten am Samstag zwei angebliche Extremisten in zwei Spitälern fest. Einer der Gesuchten befand sich in kritischem Zustand. Die Aktion wurden von Menschenrechtsgruppen verurteilt, da Krankenhäuser in bewaffneten Konflikten als neutrales Territorium gelten. Außerdem erlag am Samstag ein weiterer Palästinenser den Verletzungen, die er bei den israelischen Luftangriffen auf das Flüchtlingslager Nusseirat im Norden des Gazastreifens in der Vorwoche erlitten hatte.
Syrien drohte Israel indes mit einem Angriff auf jüdische Siedlungen auf den Golan-Höhen, sollte es nochmals Ziele auf syrischem Territorium bombardieren. Die Regierung in Damaskus habe "viele Karten" noch nicht gespielt, sagte der syrische Außenminister Faruk el Sharaa in einem Interview mit der britischen "Sunday Telegraph".
Rund 4.000 Aktivisten der israelischen Friedensbewegung demonstrierten am Samstagabend vor der Residenz von Ministerpräsident Ariel Sharon in Jerusalem gegen dessen Politik gegenüber den Palästinensern. (APA/red)
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