Donnerstag, 23. Oktober 2003

Geplante UNO-Reform: Annan will eine Art "Weisenrat"

UNO-Generalsekretär Kofi Annan will eine Art Weisenrat einberufen, der ihm mit Ratschlägen zur Reform der Vereinten Nationen zur Seite stehen soll. Er glaube zwar, dass die Weltorganisation der Menschheit in den vergangenen 58 Jahren "im Großen und Ganzen gute Dienste geleistet" habe. "Doch sie war nie perfekt."

"Es dürfte an der Zeit sein, sie zu verbessern", heißt es in Annans Text. "Ich habe alle Regierungen gebeten, darüber nachzudenken und ich werde ein Gremium geeigneter Männer und Frauen einberufen, damit sie Vorschläge erarbeiten."

Die politische Reform der UNO war bereits auf dem Millenniumsgipfel im Jahr 2000 als Ziel beschlossen worden. Annan forderte die 191 UNO-Mitgliedstaaten zuletzt im September bei der Eröffnung der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung zu mehr Einsatz und größerem Tempo bei der Durchsetzung der geplanten Reformen auf. In deren Mittelpunkt steht die seit zehn Jahren diskutierte Erweiterung des Sicherheitsrates, in deren Rahmen auch Deutschland - nach früheren Plänen - einen ständigen Sitz bekommen könnte.

Die Vereinten Nationen sind nach den Worten Annans entschlossen, sich weiterhin mit voller Kraft im Kampf gegen Armut, Seuchen, den Klimawandel und die Verbreitung von Handfeuerwaffen einzusetzen. "Außerdem werden wir uns im Kampf gegen den Terrorismus und gegen Massenvernichtungswaffen zusammenschließen". Die UNO hätten nicht die Wahl, sich die eine oder andere Herausforderung auszusuchen, sondern müssten sich "allen diesen Bedrohungen gleichzeitig stellen", sagte Annan.
(apa)

23.10.2003 16:25