Donnerstag, 23. Oktober 2003

Polen: Nur jeder vierte sieht die Macht bei der Regierung

  • Viele glauben an Macht-Cliquen, Geld und Korruption
  • Elf Prozent sieht "Diebe" und "Spitzbuben" an den Schalthebeln

Eine kuriose Umfrage hat das Stimmungsbild der polnischen Bevölkerung eingefangen: Auf die Frage, wer in Polen das Sagen hat, fällt nur 24 Prozent die eigene Regierung ein. 14 Prozent sehen das Land als Spielball von Macht-Cliquen, Geld und Korruption. Elf Prozent glauben "Diebe", "Spitzbuben" und die Mafia an den Hebeln der Macht.

Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag vorgestellten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CBOS. Die Meinungsforscher hatten gut 1.100 Menschen die Frage gestellt "Wer regiert eigentlich in Polen?" und sie die Antworten frei formulieren lassen. Danach meinten 14 Prozent, in Polen regierten Macht-Cliquen, Geld und Korruption, zwölf Prozent sahen Finanz- und Geschäftselite als die eigentlichen Machthaber im Land.

"Diebe" und "Spitzbuben"
Für elf Prozent wird das Land von "Dieben", "Spitzbuben" oder der Mafia regiert, neun Prozent glaubten die Linke an der Macht, acht Prozent nannten die politischen Eliten und Parteien im allgemeinen.

Für nur vier Prozent waren Kirche und Klerus die eigentliche Macht, verschwindende zwei Prozent nannten "fremdes Kapital" oder den "Westen".

Anarchie?
Fast jeder zehnte, nämlich neun Prozent, fühlte sich überhaupt nicht regiert. Es herrsche einfach nur Chaos und Unordnung, schrieben sie in ihre Fragebögen.
(apa, red)

23.10.2003 15:20