Montag, 20. Oktober 2003

Serie von israelischen Luftangriffen: Mindestens 13 Tote in Gaza

  • Jüngster Raketenangriff forderte zehn Menschenleben
  • Hamas kündigt Rache an

Israelische Kampfhubschrauber haben am Montagabend im Gazastreifen erneut ein Auto mit Raketen beschossen und dabei mindestens zehn Palästinenser getötet. Dutzende weitere Menschen seien verletzt worden, berichteten palästinensischen Rettungskräfte.

Der Angriff habe einem Auto im Flüchtlingslager El Burej gegolten, berichteten Augenzeugen. Dieses sei jedoch entkommen, stattdessen hätten zwei weitere Raketen eine Menschenmenge am Einschlagsort der ersten Rakete getroffen.

Nach unbestätigten Berichten gab es am Abend noch einen weiteren israelischen Angriff auf ein Ziel am Ostrand von Gaza-Stadt. Über mögliche Opfer dieses fünften Militärschlags am selben Tag lagen zunächst keine Angaben vor. Insgesamt starben bei den israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen am Montag mindestens 13 Palästinenser.

Nach einem Großeinsatz im Süden des Gazastreifen zog die israelische Armee laut palästinensischen Angaben aus dem Gebiet um Rafah ab. Aus der Armee verlautete dagegen, der Einsatz dauere an. Er werde "so lange wie nötig" fortgesetzt. Dem Militär zufolge sollen dabei unterirdische Tunnels aufgespürt und zerstört werden, in denen aus Ägypten Waffen in das Palästinensergebiet geschmuggelt werden.

Zuvor hatte die palästinensische Führung die Angriffe scharf verurteilt. Ministerpräsident Korei erklärte, die militärischen Angriffe würden alle Versuche untergraben, zu einem Waffenstillstand zu kommen. Der militärische Hamas-Flügel "Brigaden Ezzedin el Kassam" kündigte Vergeltung an.

Der israelische Ministerpräsident Sharon hatte bei seiner Rede zum Beginn der Winter-Sitzungsperiode vor der Knesset betont, Israel sei nach wie vor entschlossen, Arafat auszuweisen. Arafat sei "das größte Hindernis für den Frieden", sagte Sharon.

(apa)

20.10.2003 08:41