Donnerstag, 23. Oktober 2003

FORMAT exklusiv: Die Aktien der Minister!

  • Die geheimen Depots der Bundesregierung: Bartenstein hat Böhler, Schweitzer VA Tech, Grasser Goldminen und Rauch-Kallat Bankwerte!

Nach wie vor gibt es in der Aktien-Affäre der Bundesregierung offene Fragen zu klären. Wer hat welche Aktien? Wer hat nicht gemeldet? Und warum hat er das nicht getan? Fakt ist: Das Gesetz über die Meldepflicht ist reichlich ungenau formuliert. Kanzler Schüssel hatte bisher dem Unvereinbarkeits-Ausschuss stets "Leermeldung" präsentiert. In zwei FORMAT-Interviews hat er aber Aktienbesitz angedeutet.

Die Aussagen des Kanzlers zu seinem Aktienbesitz sind, wie FORMAT exklusiv berichtet, nach wie vor widersprüchlich. FORMAT liegen die Protokolle des Ausschusses aus 2000 und 2003 vor. Beide Male machte Schüssel keine Meldung.

Doch im Juli 2002 fragte FORMAT den Kanzler, ob er vom Börsencrash betroffen sei. Die Antwort: "Ein bisschen schon, weil ich einige internationale Aktien in meinem Portefeuille habe." Dann die Frage: "Größenordnungsmäßig: einige Millionen Euro, einige hunderttausend?" Und Schüssel: "Der Betrag ist viel geringer. Ein bisschen österreichische Aktien, aber überwiegend ausländische."

Bartenstein
Aber auch andere Minister besitzen Aktien: Martin Bartenstein hat laut FORMAT-Recherche ein Aktienvermögen von 568.792 Euro.

Grasser
Der Finanzminister versucht sein Glück hauptsächlich in Nordamerika: AOL, Daimler-Chrysler, Black Hawk Mining, Octagon; 179.475 Euro.

Waneck
Gesundheits-Staatssekretär Reinhart Waneck investiert bei Erste Bank, Telekom und Hypo. Dazu kommen Espa Portfolio Mix und Pharma/Health: 113.875 Euro.

Schweitzer
Staatssekretär Schweitzer hält neben VA-Tech-Anteilen und Schlumberger Vorzugsaktien noch Fondsbeteiligungen: 39.784 Euro.

Rauch-Kallat
Maria Rauch-Kallat versucht sich eher im sicheren Gebiet: Mit Erste-Bank-Stammaktien, Bay Hypo und Hypo Real. Zusammen: 29.695 Euro.

Damit besitzen Schweitzer und Bartenstein Aktien von Unternehmen, an denen der Staat Anteile hält und die in nächster Zeit privatisiert werden sollen. Rechtlich ist das zwar kein Problem - politisch aber sehr wohl.

Die komplette Story und alle Details lesen Sie exklusiv im FORMAT Nr. 43/2003!

23.10.2003 16:42