Sonntag, 26. Oktober 2003

Unfall bei Heeres-Schau in Graz: Offizier kam glimpflich davon

  • 37-Jähriger war aus mehreren Metern Höhe abgestürzt
  • Bis zu 300.000 besuchten Schau am Wiener Heldenplatz

Dem bei der Bundesheer-Leistungsschau am Nationalfeiertag in Unterpremstätten bei Graz von einem Hubschrauber-Seil abgestürzten Soldaten geht es "den Umständen entsprechend gut", so ein Sprecher des Militärkommandos Steiermark am Montag zur APA. Der 37 Jahre alte Offizier aus Niederösterreich hatte gegen Ende der Show eine Bergung per Seilwinde eines in ein "Minenfeld" geratenen Menschen durchgeführt. Beim Hochkurbeln per Seilwinde war das Unglück dann passiert: Der Soldat stürzte aus mehreren Metern Höhe ab. Seine dicke Schutzkleidung gegen Minenexplosionen dürfte ihn vor Schlimmeren bewahrt haben.

"Unser Kamerad durchläuft gerade die Tests im Grazer UKH", so Hauptmann Dieter Rust, Sprecher des Militärkommandos Steiermark. Der Unfall sei relativ glimpflich verlaufen, da der Offizier eine Schutzausrüstung aus Kevlar sowie gepolsterte Kleidung und einen speziellen Helm getragen hatte. Dadurch erlitt er "nur" einen "Bruch im Bereich des rechten Unterarmes sowie einen weiteren im Bereich des Beckens", so der Hauptmann nach Auskunft der behandelnden Ärzte.

Hundertausende am Wiener Heldenplatz
Fast 300.000 Menschen haben nach Angaben der Polizei Sonntagnachmittag die Leistungsschau des Bundesheeres am Wiener Heldenplatz besucht. Verteidigungsminister Platter freute sich über das große Interesse der Bevölkerung am Heer - und würde sich freuen, wenn dieses Interesse auch das Jahr über anhalten würde.

Einer der Stars der Veranstaltung war aber ein Modell: Ein Eurofighter, in Originalgröße zwar, aber sonst aus Holz und Plastik und mit schwarz-grauer Hochglanzlackierung, war vor der Nationalbibliothek aufgestellt worden.

Gleichsam als Showprogramm zeigten die verschiedenen Einrichtungen live ihr Können. Fallschirmspringer des Bundesheeres landeten trotz des teilweise starken Windes punktgenau am Heldenplatz, das Jägerbataillon 25 zeigte eine Häuserkampfvorführung. Für die Polizei seilten sich Spezialkräfte von der Nationalbibliothek ab, und die Feuerwehr zeigte, wie sie auf einen Schadstoffaustritt nach einem Verkehrsunfall reagiert.

Schon bei der Angelobung von knapp 1.100 Rekruten am Sonntagvormittag hatte der Minister die Bedeutung der internationalen Solidarität für das Bundesheer und den dabei gewählten Schwerpunkt Südosteuropa unterstrichen. Er betonte, er werde keine Soldaten ins Ausland schicken, die nicht gut ausgerüstet seien.

(apa/red)

26.10.2003 15:51