Freitag, 24. Oktober 2003

Österreicher: Haben gefestigtes Nationalbewusstsein

  • Immer mehr emotionale Distanz zu den deutschen Nachbarn

Ein "gefestigtes Nationalbewusstsein" attestiert den Österreichern eine jüngst vom Fessel-GfK-Institut anlässlich des Nationalfeiertages am Sonntag durchgeführte Umfrage. Auf Distanz geht die Bevölkerung allerdings zunehmend zum deutschen Nachbarn. Dafür nimmt die emotionale Nähe zu Ungarn zu.

75 Prozent der Österreicher sagen demnach, dass "die Österreicher eine Nation sind". 19 Prozent sind der Ansicht, dass "die Österreicher beginnen, sich als Nation zu fühlen". Lediglich fünf Prozent meinen, dass die Österreicher "keine Nation" sind.

Distanz zu den Deutschen
Gleichzeitig zeigt die Studie eine steigende emotionale Distanz zu Deutschland. Auf die Frage, mit welchem Nachbarland Österreich die größte innere Verbundenheit aufweise, nannten zwar 62 Prozent Deutschland. 1998 waren es allerdings noch 78 Prozent gewesen. Ungarn hat im gleichen Zeitraum von sieben auf 17 Prozent zugelegt, Italien von einem auf fünf Prozent.

Schweiz gilt als sympathisch
Im Sympathieranking der Nachbarländer rangiert die Schweiz mit 93 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Ungarn und Italien mit jeweils 87 Prozent und Deutschland mit 81 Prozent. Auf dem vierten Platz landete Slowenien mit einem Sympathiewert von 78 Prozent, gefolgt von der Slowakei mit 58 Prozent und schließlich Tschechien mit 50 Prozent. 1994 hatte Deutschland noch hinter der Schweiz den zweiten Platz eingenommen.

Der EU-Beitritt wird im Nachhinein von 57 Prozent als richtige Entscheidung eingestuft, immerhin von 27 Prozent aber als "falsch" bewertet. Für die anstehende Osterweiterung der EU sprachen sich im September 58 Prozent der Österreicher aus, 39 Prozent sind dagegen.
(apa)

24.10.2003 12:45