Donnerstag, 23. Oktober 2003

Pensionen: Nächstes Jahr nur magere Anpassung

  • Erste Auswirkungen der neuen Pensionsreform
  • Bei höherer Pension als 667,80 Euro nur 10 Euro zusätzlich

Die Pensionisten bekommen nun erste Auswirkungen der Pensionsreform zu spüren. Für die Hälfte von ihnen wird die Pensionserhöhung auch 2004 unter der Inflationsrate liegen, sie verlieren also an Kaufkraft. Eine volle Abgeltung der Teuerung (1,5 Prozent) gibt es nur für die unteren 50 Prozent. Wer mehr als 667,8 Euro Pension bezieht, erhält nur einen Fixbetrag von zehn Euro pro Monat zusätzlich.

Der Anpassungsfaktor wurde am Donnerstag von der Pensions- Sicherungskommission festgelegt und muss noch vom Sozialminister abgesegnet werden. Laut Kommissions-Leiter Theodor Tomandl liegt die durchschnittliche Pensionserhöhung 2004 damit bei rund einem Prozent. Er betonte, dass es sich beim Vorschlag der Kommission lediglich um ein "Berechnungsergebnis" auf Basis von Regelungen handle, welche bereits mit der Pensionsreform beschlossen wurden.

Damit werden die meisten Bezieher einer Hinterbliebenenpension die volle Inflationsabgeltung erhalten, da ihre Renten vergleichsweise niedrig sind. Wer aber eine "Direktpension" nach dem ASVG (Alterspension, Frühpension, Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension) bezieht, zählt bei dieser Regelung mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Verlierern: Mehr als 70 Prozent der Männer und mehr als 40 Prozent der Frauen bekommen eine Direktpension über 667 Euro.

All jene Pensionisten, die mit Stichtag 1. Jänner 2004 in Pension gehen (ihren Pensionsantrag also ab Dezember 2003 stellen), müssen sich überhaupt auf eine "Nulllohnrunde" einstellen. Im Rahmen der Pensionsreform wurde nämlich vereinbart, dass Neo-Pensionisten erst im übernächsten Jahr nach Pensionsantritt die erste Pensionserhöhung erhalten. Sprich: Wer 2004 in Pension geht, bekommt erst 2006 seine erste Pensionserhöhung.

Die Pensionistenverbände von SPÖ und ÖVP kritisierten die geringe Pensionsanpassung.
(apa)

23.10.2003 14:07