Donnerstag, 23. Oktober 2003

Mord an Lebensgefährtin: 14 Jahre Haft für Steierer

  • Frau wollte Beziehung beenden - Mann erstach sie

Der Obersteirer Siegfried H. ist in der Nacht auf Donnerstag im Straflandesgericht Leoben zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte im Februar in Trofaiach seine Lebensgefährtin erstochen. Der Geschworenensenat befand den 47-Jährigen für schuldig des Mordes. Grund für die Bluttat waren die Trennungsabsichten der Frau gewesen.

Bereits zwei Monate nachdem die 40-jährige Verkäuferin mit Siegfried H. (47) zusammengezogen war, war es in der Nacht auf 23. Februar zu der tödlichen Auseinandersetzung gekommen. Der Obersteirer hatte es einfach nicht verkraftet, dass schon wieder eine Frau die Beziehung zu ihm beenden wollte. Sein größter Wunsch sei eine Familie gewesen, erzählte er vor Gericht. Doch seine Ehe war nach 18 Jahren gescheitert, und weder Kontaktanzeigen noch eine Haartransplantation hatten den gewünschten Effekt.

Der Abend, an dem die 40-jährige sterben sollte, begann nach Angaben des Staatsanwaltes friedlich vor dem Fernseher. Später teilte die Frau ihrem Lebensgefährten in der Küche mit, dass sie ihn verlassen und ausziehen wolle. Siegfried H. konnte es nicht fassen: "Man kämpft für etwas, baut etwas auf, und dann ist es weg", schilderte der Angeklagte seine Gefühle.

Er holte ein Messer und drohte seiner Freundin mit Selbstmord. "Dann bring Dich halt um", soll sie gesagt haben. Da stach der Obersteirer zu. Ein Stich traf die Frau von vorne durch die Schulter, der zweite Stich von hinten in den Rücken war schließlich tödlich. Martina H. verblutete, auch die Rettung, die der Täter selbst herbeirief, konnte nicht mehr helfen.

Die Geschworenen sprachen den Angeklagten mit sechs zu zwei Stimmen schuldig des Mordes. Siegfried H. erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist daher noch nicht rechtskräftig. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.

(apa)

23.10.2003 08:09