Dienstag, 21. Oktober 2003

Irans Vizepräsidentin: Massumeh Ebtekar besucht Wien

  • Einzige Frau in der Regierung und Revolutionärin der ersten Stunde
  • "Atom-Vereinbarungen für den Iran gänzlich bindend"

Inmitten des Konflikts um das iranische Atomprogramm stattet die iranische Vizepräsidentin Massumeh Ebtekar Österreich einen Besuch ab. Die 43-jährige Ärztin und Leiterin der Umweltschutzbehörde ist seit 1997 Stellvertreterin von Staatspräsident Mohammad Khatami. Nach einem Treffen mit Bundespräsident Thomas Klestil bezeichnete Ebtekar die Atom-Vereinbarungen des Iran mit der IAEO als "gänzlich bindend" (siehe Kasten rechts).

Ebtekar bekleidet als erste Frau seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 ein hohes Regierungsamt.

Außenministerin Benita Ferrero-Waldner war im Februar 2001 in Teheran mit Ebtekar zusammengetroffen. Dabei wurde ein "Memorandum of Understanding" im Umweltschutzbereich unterzeichnet.

Die Universitätsprofessorin mit dem Spezialgebiet Immunologie wies damals ausländische Kritik, Frauen würden im Iran unterdrückt, zurück. Sie verwies darauf, dass 60 Prozent der Erstinskribenten an iranischen Universitäten weiblich sind.

Frauen-Aktivistin
Ebtekar hatte mehrere Jahre in den USA studiert und war zugleich eine Revolutionärin der ersten Stunde. Im Jahr 1979 war sie als Studentin an den Protesten vor der US-Botschaft in Teheran beteiligt. Als Vertreterin des Iran nahm sie an den UNO-Frauenkonferenzen in Peking und Nairobi teil. Sie ist auch im iranischen Frauenverband tätig und gibt das Frauenmagazin "Farsaneh" heraus.
(apa, red)

21.10.2003 14:52