Dienstag, 21. Oktober 2003

Mandels Kampf gegen Aids: Hilfsappell in Wien

  • Südafrikas Ex-Präsident & Ferrero-Waldner sichern sich Hilfe zu

Der ehemalige südafrikanische Staatspräsident Mandela und Außenministerin Ferrero-Waldner wollen einander bei Hilfsprojekten unter die Arme greifen. Wie der Sprecher Ferrero- Waldners nach einer Zusammenkunft der beiden am Mittwoch erklärte, unterstütze die Außenministerin die Anti-Aids-Kampagne Mandelas. Der Altpräsident seinerseits unterstütze Ferrero-Waldners Engagement für irakische Kinder und die Errichtung eines Trauma-Zentrums im Irak.

Nelson Mandela hatte am Dienstag in London seine neue Initiative vorgestellt. Mit seiner Häftlingsnummer - 46664 - von Robben Island wolle er auf das Aids-Problem aufmerksam machen. Mandela erklärte in London: In seinen 18 Jahren auf der berüchtigten Gefängnisinsel vor Kapstadt sei er nur eine Nummer gewesen. Und genau so gehe es heute Millionen Aids-Kranken in Afrika: "Sie sind nichts als eine Nummer, und sie sind Gefangene auf Lebenszeit."

Mandela habe um ein Treffen mit österreichischen Wirtschaftsleuten gebeten, die seine Kampagne unterstützen könnten. Ferrero-Waldner organisierte daher für Mittwoch ein Essen zu Ehren des Friedensnobelpreisträgers, sagte der Sprecher. Unter anderen seien Wirtschaftskammer-Präsident Leitl und der Vorstandsvorsitzende der Frantschach-Gruppe Veit Sorger anwesend gewesen.

Wegen seines Widerstandes gegen die weiße Apartheidherrschaft war der Führer des Afrikanischen Nationalkongresses, der 1912 gegründeten ältesten Bürgerrechtsbewegung des Kontinents, über 27 Jahre eingekerkert. Er wurde so zur Symbolfigur des Befreiungskampfes der schwarzen Bevölkerungsmehrheit. Nach seiner Freilassung 1990 und während seiner Amtszeit als erster südafrikanischer Präsident schwarzer Hautfarbe hatte sich Nelson Mandela, der im Juli seinen 85. Geburtstag feierte, ganz einer Politik der Versöhnung verschrieben. (APA/red)

21.10.2003 11:47